Italiens längste Regierung: Melonis Amtszeit-Rekord ruht auf einem wackeligen Fundament
Die Regierung in Rom feiert eine besondere Leistung: Sie ist so lange im Amt wie keine vor ihr seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Das ist in erster Linie Ministerpräsidentin Melonis Verdienst. Die Stützpfeiler der Stabilität wackeln aber inzwischen.
Morgen ist es so weit. Giorgia Melonis Mitte-Rechts-Regierung ist dann seit 1413 Tagen im Amt und somit die langlebigste Koalition in der republikanischen Geschichte Italiens. Zuvor hatte es nur die zweite Regierung des mittlerweile verstorbenen Cavaliere Silvio Berlusconi geschafft, 1412 Tage in Amt zu bleiben. Die amtierende Regierungschefin hat diesen Rekord um einen Tag übertroffen. Und das will ihre Partei Fratelli d'Italia (FdI) am morgigen Abend in der apulischen Hauptstadt Bari feiern. Stabile Regierungen sind in Italien eher die Ausnahme als die Regel. Immerhin haben sich in Rom seit 1946 insgesamt 68 Regierungen abgewechselt.
Als Meloni am 22. Oktober 2022 das Regierungsamt übernahm, wurde sie mit Argwohn bedacht. Zum einen wegen ihrer politischen Herkunft: Noch nicht 18 Jahre alt, hatte sie sich dem Fronte della Gioventù, der Jungendorganisation der neofaschistischen Partei Movimento Sociale Italiano (MSI), angeschlossen. Ein politisches Milieu, von dem sie sich nie eindeutig distanziert hat. Auch ihre vor Amtsantritt gestellte Forderung, Italien müsse aus dem Euro-Raum raus, verhieß nichts Gutes - oder all die Warnungen während des Wahlkampfs in Richtung EU: "Jetzt ist Schluss mit lustig", Italien werde sich wieder Geltung in Europa verschaffen.
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