Kurioses Gesetz! - Formel-1-Teams verzichten auf Kaugummis
Singapur trägt den Spitzamen „The fine city“ (ein Wortspiel aus „fine“ für „schön“ und „fine“ für „Geldstrafe“) – und das zu Recht. Im Stadtstaat stehen Dinge unter Strafe, über die in anderen Ländern höchstens müde gelächelt wird.
Beispiele gefällig? Wer Tauben füttert, kann schon beim ersten Mal zu einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Singapur-Dollar (umgerechnet ca. 7000 Euro) verdonnert werden. Im Wiederholungs-Falle droht sogar das Doppelte.
Nackt in der eigenen Wohnung, die von außen einsehbar ist? Es drohen 2000 Singapur-Dollar (ca. 1400 Euro) Bußgeld.
Fremdes WLAN ohne Erlaubnis des Besitzers benutzen? Im Wiederholungsfall bis zu 20.000 Dollar (14.000 Euro) und sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren.
Auch auf die Formel 1, die an diesem Sonntag in der Stadt den Großen Preis von Singapur (14 Uhr, Sky live, Liveticker bei BILD.de) fährt, haben die strengen Gesetze Auswirkungen.
So verzichtet der deutsche Rennstall Audi nach BILD-Informationen während des Wochenendes komplett auf Kaugummis. Normalerweise werden die großzügig an Fahrer, Teammitglieder und Gäste verteilt. Nicht in Singapur! Da steht auf die Einfuhr und den Verkauf von Kaugummis – man ahnt es – eine Strafe: Wer erwischt wird, muss bis zu 100.000 Dollar (70.000 Euro) zahlen. Und das schon beim ersten Vergehen. Zusätzlich droht eine Gefängnisstrafe.
Das Gesetz wurde 1992 erlassen, weil weggeworfene Bubble Gums wiederholt die Türen der U-Bahn blockierten. Mittlerweile sind immerhin medizinische Kaugummis erlaubt.
Statt der Gums bietet Audi seinen Gästen Mint-Bonbons an, die nicht verboten sind. Auch andere Teams halten Alternativen bereit.
Vor dem Rennen erinnern die Veranstalter auch nochmal an das Vaping-Verbot. Schon die bloße Nutzung zieht ein Ordnungsgeld von bis zu 10.000 Dollar (7000 Euro) nach sich. Die Team-Mitarbeiter müssen sich selbst daran halten.
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