„Das geht mir auf den Sack“ - Kultkicker tobt und macht Aufstiegsansage
Fünf-Gegentreffer-Abwehr trifft 36‑Tore-Sturm – mehr Spitzenspiel geht nicht! Wenn in der Regionalliga Nordost am Sonntag (16 Uhr) der Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt aufeinanderprallen, träumen beide Klubs von der Rückkehr in die 3. Liga .
BILD sprach vorher mit Kultkicker Jan Löhmannsröben (35), der seit dieser Saison für die Sachsen spielt. Das Interview.
BILD: Chemnitz ist Ihr 16. Verein und Ihr zehnter Ostklub. Warum haben Sie sich im Sommer für den CFC entschieden?
Löhmannsröben: „Im Osten geht die Sonne auf, sag’ ich da erstmal. Ne, für mich war klar, dass die Zeit meiner Karriere jetzt langsam überschaubar wird. Ich bin da ja doch schon im leicht fortgeschrittenen Alter. Und da hatte ich Bock, nochmal aus der Komfortzone zu kommen. Ich will nochmal einen schönen Abschluss haben, der letzte Moment währt doch am längsten. Und das will ich mit dem Aufstieg abrunden.“
Beim Halleschen FC hätte man Sie auch noch für ein Jahr behalten wollen...
„Der Austausch mit Chemnitz war einfach besser. In den Gesprächen mit Sportchef Chris Löwe habe ich klar gespürt, dass sie deutlich erfolgreicher abschneiden wollen. In Halle habe ich nicht gesehen, dass sie die nächsten ein bis zwei Jahre um den Aufstieg mitspielen werden. Darum bin ich auch nochmal aus Berlin nach Chemnitz rausgezogen, während ich sonst immer nach Halle gependelt bin.“
Sie haben fast überall im Osten gespielt oder gibt's noch einen Verein, dessen Trikot Sie noch tragen wollen?
„Der CFC stand noch als Letztes auf der Wunschliste. Hier war es immer eklig, mit anderen Mannschaften zu bestehen.“
„Ich bin einmal mit Hansa Rostock in die 2. Liga und einmal mit Wacker Nordhausen von der Oberliga in die Regionalliga aufgestiegen. Von daher ist klar, dass noch eine Sache fehlt. Viele haben es mir auch nicht mehr zugetraut. Aber ich fühle mich hier sauwohl. Das ist eine geile Truppe – und vielleicht können wir hier noch ein paar Berge versetzen.“
Sie sprechen es an: Viele in der Branche waren skeptisch, dass Chemnitz mit den ganzen Oldies was reißt...
„Es geht mir auf den Sack, dass es ständig überall heißt: ,Jugend forscht‘. Du brauchst auch ein paar Erfahrene, eine Hierarchie im Team. Dafür darfst du dir nicht zu schade sein, über den Schmerzpunkt zu gehen. Ich will mir die Butter nicht vom Brot nehmen lassen, auch von den Jungen nicht.“
„Erstmal eine geile Stimmung. Deswegen spielt man Fußball. Da ist jeder gefordert und will sich daran messen lassen. RWE hat gegen Tasmania Berlin sechs Tore geschossen, nicht gegen Klubs wie Halle. Insofern werden wir ihnen schon Paroli bieten. Bei uns sind die Treffer auch gut verteilt. Wir wollen dominant zu Hause auftreten und auf unsere Stärken vertrauen.“
Inwiefern kann man bei einem so frühen Topspiel in der Saison etwas zocken?
„Risiko ist bei uns in keinem Spiel angemessen. Die meisten Partien haben wir mit Treffern in der zweiten Hälfte entschieden. Wir sind so clever, dass wir nicht ins ausgefahrene Messer laufen. Erfurt hat eine schnelle Kontermannschaft. Das heißt aber nicht, dass es ein taktisches Geplänkel werden soll, sondern eine Mischung. Weder Scheuklappen noch offenes Visier sind sinnvoll, um das Ding zu ziehen.“
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild Sport.