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Jamal Musiala: Neurologe erklärt, wie Absencen und Profifußball zusammenpassen

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Jamal Musiala: Neurologe erklärt, wie Absencen und Profifußball zusammenpassen

Der Fußballprofi Jamal Musiala erklärte, bei ihm seien „ temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen “ festgestellt worden, die auf eine „neurologische Dysfunktion“ zurückzuführen seien.

Zugleich betonte er, dass er medizinisch eng betreut werde, die behandelnden Neurologen ihm die Fortsetzung seines Alltags und seines Fußballsports ermöglicht hätten und nach seiner derzeitigen Einschätzung kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko bestehe.

Was bedeutet das medizinisch? Und wie kann es sein, dass ein Mensch einerseits neurologische Anfälle hat und andererseits weiter auf höchstem Niveau Fußball spielen kann?

Dr. med. Mimoun Azizi ist Chefarzt des Zentrums für Geriatrie und Neurogeriatrie im KVSW und Facharzt für Neurologie. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle .

Die wichtigste Einschränkung gleich zu Beginn, Musiala hat öffentlich keine genaue neurologische Diagnose genannt. Insbesondere ist nicht bekannt, ob bei ihm eine bestimmte Form der Epilepsie diagnostiziert wurde. Seine Aussage über „Absencen“ erlaubt deshalb keine individuelle Diagnose. Die folgenden Ausführungen erklären vielmehr, was der Begriff in der Neurologie bedeutet und welche Schlussfolgerungen sich daraus allgemein ziehen lassen.

Eine Absence ist in der Neurologie eine kurz andauernde Störung des Bewusstseins beziehungsweise der Bewusstseinswahrnehmung, die durch eine vorübergehende abnorme elektrische Aktivität im Gehirn ausgelöst wird. Typischerweise beginnt eine solche Episode plötzlich und endet ebenso plötzlich.

Betroffene wirken beispielsweise für einige Sekunden wie „weggetreten“: Sie unterbrechen eine Tätigkeit, starren ins Leere und reagieren während dieser Zeit nicht oder nur eingeschränkt auf ihre Umgebung. Häufig kommen sehr kleine automatische Bewegungen hinzu, etwa Blinzeln, Schmatzen oder geringfügige Bewegungen der Hände.

Das National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS) beschreibt Absence-Epilepsien entsprechend als Erkrankungen, bei denen wiederholte Anfälle zu momentanen Bewusstseinsunterbrechungen führen. Charakteristisch ist, dass die Betroffenen unmittelbar nach dem Ereignis ihre vorherige Tätigkeit fortsetzen können (National Institute of Neurological Disorders and Stroke, „Epilepsy and Seizures“, 2025).

Das unterscheidet eine typische Absence deutlich von einem klassischen generalisierten tonisch-klonischen epileptischen Anfall, bei dem es zu Bewusstlosigkeit, Versteifung und rhythmischen Krämpfen kommen kann.

Bei klassischen Absencen dauert eine einzelne Episode meist nur wenige Sekunden. Gerade diese Kürze ist ein Grund dafür, dass Absencen von Außenstehenden oder sogar von den Betroffenen selbst häufig gar nicht als neurologische Ereignisse erkannt werden.

Aber Musialas Zusammenbrüche sind nicht das klassische Bild einer Absence. Hier liegt ein wichtiger Punkt für die Einordnung des Falls Musiala:

Die Bilder aus den Spielen zeigen einen Spieler, der das Gleichgewicht verliert und zusammensackt beziehungsweise benommen wirkt.

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