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Karibik: US-Militär tötet vier Menschen bei Bootsangriff in der Karibik

Die Zeit Politik ·
Karibik: US-Militär tötet vier Menschen bei Bootsangriff in der Karibik

Das US-Militär hat bei einem erneuten Angriff auf mutmaßliche Drogenschmuggler ein Boot in der Karibik beschossen und dabei vier Menschen getötet. Wie das für die Region zuständige Kommando Southcom im Onlinedienst X mitteilte, habe das Militär aufgrund von Geheimdiensthinweisen gehandelt, wonach das Boot in Drogenschmuggel verwickelt und auf einer bekannten Schmugglerroute unterwegs war. Der Angriff erfolgte demnach am Dienstag Ortszeit. Vier »Narkoterroristen« seien tot, hieß es.

Seit Monaten beschießt das US-Militär angebliche Drogenboote in verschiedenen Seegebieten. Bereits am Sonntag hatten die USA im Pazifik zwei angebliche Drogenschmuggler auf einem Boot getötet. Insgesamt hat das US-Militär nach Zählung von NBC News seit Beginn der Kampagne mindestens 227 Menschen bei 68 solchen Bootsangriffen getötet. Belege dafür, dass die betroffenen Schiffe tatsächlich in den Drogenhandel verwickelt waren, hat die US-Regierung bisher allerdings nicht vorgelegt.

US-Präsident Donald Trump zufolge befinden sich die USA in einem »bewaffneten Konflikt« mit Drogenkartellen in Lateinamerika. Er rechtfertigt die Angriffe als notwendige Eskalation, um den Zustrom von Drogen in die USA und tödliche Überdosierungen einzudämmen.

Juristen und Menschenrechtsgruppen stellen die Angriffe infrage. Sie kritisieren, die Angriffe könnten außergerichtliche Tötungen darstellen, weil sie sich offenbar gegen Zivilisten richteten, die keine unmittelbare Bedrohung für die USA darstellten.

Auch Abgeordnete haben die Regierung für das Vorgehen kritisiert, darunter Mitglieder der Republikanischen Partei von Trump. Zudem haben Hinterbliebene von Opfern eines Angriffs die US-Regierung verklagt .

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