South Carolina: Darline Graham gewinnt republikanische Vorwahl um US-Senatssitz
Darline Graham hat die republikanische Stichwahl um den US-Senatssitz ihres gestorbenen Bruders Lindsey Graham im Bundesstaat South Carolina gewonnen. Die politisch bislang weitgehend unbekannte Kandidatin, die jedoch große Unterstützung von US-Präsident Donald Trump bekam, setzte sich gegen den Abgeordneten Ralph Norman durch. Bei der Wahl im November tritt sie damit gegen die Demokratin Annie Andrews an.
South Carolina gilt als traditionell republikanischer Bundesstaat. Es ist also davon auszugehen, dass Graham die Wahl um den Senatssitz gewinnt.
Graham war nach dem überraschenden Tod ihres Bruders am 11. Juli von Gouverneur Henry McMaster vorübergehend als dessen Nachfolgerin eingesetzt worden. Kurz darauf erhielt sie die Unterstützung von Trump. Dieser drängte sie auch zu einer Kandidatur für eine volle Amtszeit und warb vergangene Woche bei einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina persönlich für sie. Dort sagte er, auch er selbst stehe »auf dem Stimmzettel«.
Auch finanziell wurde sie großzügig unterstützt: MAGA Inc. ließ knapp 830.000 US-Dollar in ihre Kampagne fließen. MAGA Inc. ist ein sogenannter Super-PAC, eine Organisation, die Geld für Wahlwerbung zur Unterstützung Trumps und verbündeter Republikaner sammelt. Das Geld wurde für Anrufe bei Wählern und SMS-Nachrichten eingesetzt.
Graham konzentrierte sich im Wahlkampf auf innenpolitische Themen. Sie verteidigte etwa Trumps harte Einwanderungspolitik und den Einsatz gegen Schwangerschaftsabbrüche.
Die Vorwahl war ein weiterer Test dafür, wie groß Trumps Einfluss auf die Wähler und Wählerinnen bei den diesjährigen Zwischenwahlen ist. Trump versucht, zu verhindern, dass die Demokraten den Republikanern die Kontrolle über das US-Repräsentantenhaus und den Senat abnehmen. In einem Beitrag auf seinem Netzwerk Truth Social betonte Trump nun die Wirkung seiner Wahlempfehlungen.
Der Abgeordnete Ralph Norman hatte im Wahlkampf vor allem seine langjährige Erfahrung in Washington betont. Der wohlhabende Immobilienentwickler investierte zudem mehr als eine Million US-Dollar seines eigenen Vermögens in die Schlussphase des Wahlkampfs.
Vor ihrer Ernennung zur Senatorin hatte Graham nie ein öffentliches Amt bekleidet. Zuvor war sie beruflich in der Interessenvertretung für Menschen mit körperlichen Behinderungen tätig gewesen. Ihr Brudder hatte sich zu einem engen Verbündeten Trumps entwickelt – nach einem schwierigen Start im Jahr 2016. Damals trat Graham selbst bei den republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen an und bezeichnete Trump als »Fanatiker« und »kompletten Idioten«. Später wurde er zu einem regelmäßigen Golfpartner des Präsidenten und einem seiner loyalsten Unterstützer im Kongress.
Lindsey Graham hatte seine Wiederwahl 2020 mit einem Vorsprung von zehn Prozentpunkten gewonnen. Der damalige Wahlkampf war der teuerste in der Geschichte des Bundesstaates.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.zeit.de — der Inhalt gehört Die Zeit Politik.