„Wer es am längsten aushält“: Mercedes (45) ist wegen Sonnenfinsternis zu 90 Prozent blind
Die Spanierin Mercedes López Romero war erst acht Jahre alt, als sie während einer Sonnenfinsternis direkt in die Sonne blickte. Heute ist die frühere Abgeordnete im andalusischen Parlament nach eigenen Angaben zu 90 Prozent sehbehindert. Gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE schildert sie, dass die Folgen erst Jahre später sichtbar wurden.
Mit 14 habe sie in der Schule begonnen, Zahlen an der Tafel nicht mehr klar zu erkennen. Ein Augenarzt stellte schließlich Verbrennungen an der Makula fest. Das ist die Stelle der Netzhaut, die für scharfes Sehen besonders wichtig ist. Die Schäden seien nicht oparabel gewesen, weil auch Nervengewebe betroffen war.
Die heute 45-jährige López erinnert sich daran, dass sie damals mit anderen Kindern im Schulhof heimlich in die Sonne geschaut habe. „Wir haben angefangen zu sagen: ‚Mal sehen, wer es am längsten aushält‘“, sagte sie gegenüber EFE. Ihre Sehkraft habe sich seitdem schrittweise weiter verschlechtert. Heute sehe sie nach eigener Beschreibung permanent wie durch dichten Nebel und könne Farben kaum noch unterscheiden.
Im Zusammenhang mit der Sonnenfinsternis am 12. August 2026 warnte López davor, das Ereignis mit Kindern leichtfertig zu verfolgen. „Ich habe Angst, wenn ich sehe, dass Menschen mit Kindern die Sonnenfinsternis anschauen wollen – sie sind sich der Gefahr nicht bewusst“, sagte sie.
Die Aussagen von Mercedes López beruhen auf einer schweren eigenen Erfahrung. Wie gefährlich ein ungeschützter Blick in die Sonne sein kann, zeigt sich allerdings nicht immer sofort. Schäden durch den direkten Blick in die Sonne machen sich laut dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) oft nicht sofort bemerkbar, sondern erst nach Stunden oder einem Tag.
Warnzeichen können ein unscharfes oder verschwommenes Sehen in der Mitte des Blickfelds, stärkere Blendempfindlichkeit, veränderte Farben, plötzlich wellig wirkende gerade Linien oder länger anhaltende Nachbilder sein.
„Wer im Anschluss an die Beobachtung Sehstörungen feststellt, sollte nicht zögern und sich augenärztlich untersuchen lassen“, betont Dr. Christian Richter, Ressortleiter im BVA. Eine vollständige Erholung ist nach eingetretenen Netzhautschäden nicht gesichert. Eine Behandlung, die bereits geschädigte Netzhautzellen wiederherstellen kann, gibt es bislang nicht.
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