Sie führt die Frauen-Bundesliga - Diese Eintracht-Frau wird immer mächtiger
Frankfurt – In diesem Büro saßen schon zwei der mächtigsten Männer des deutschen Fußballs. Jetzt regiert hier eine Frau! Christian Seifert (57), früher DFL-Boss, und Ex-DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff (58) arbeiteten einst in den Räumen an der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise. Heute sitzt dort Katharina Kiel (34). Und die Eintracht-Direktorin steigt gerade selbst zu einer der mächtigsten Figuren im deutschen Fußball auf.
Neben ihrem Job bei Eintracht ist Kiel Präsidentin des neu gegründeten Frauen Bundesliga FBL e. V. Die 14 Erstligisten hatten sich im Dezember vom DFB abgespalten. Ab der Saison 2027/28 organisiert und vermarktet sich die höchste deutsche Frauen-Spielklasse selbst.
Kiels Kampfansage: „Wir werden uns vom Männerfußball freischwimmen.“ Eine gewaltige Aufgabe. Der neue Ligaverband schlug ein 100-Millionen-Euro-Angebot des DFB für ein gemeinsames Joint Venture (Unternehmenskooperation) aus. Stattdessen sollen über die Klubs in den kommenden acht Jahren zwischen 700 und 800 Mio. Euro investiert werden.
Kiel steht dabei an der Spitze. SPORT BILD führt sie bereits auf Platz 45 ihrer Liste der mächtigsten Menschen im deutschen Fußball. Eintracht-Boss Axel Hellmann (54) sagt über sie: „Sie ist extrem fachkundig, engagiert und mit den Clubs bestens vernetzt.“
Dabei musste sich Kiel ihren Weg selbst erarbeiten. Ihre Eltern kamen mit zwei Koffern aus Kasachstan nach Deutschland und bauten sich hier ein Unternehmen auf. Kiel: „Mir wurde in die Wiege gelegt, hart zu arbeiten. Eben weil wir kein Vitamin B, C und D hatten.“
Diese Mentalität prägte auch ihre Sportkarriere. Erst wurde sie hessische Meisterin im Eiskunstlauf, später Bundesliga-Fußballerin. Sich selbst beschreibt sie als „total ausdauerstark, sehr athletisch, sehr bissig, technisch nicht die Versierteste“ und „eher ein Arbeitstier“. Nach zwei Kreuzbandrissen war Schluss.
Heute kämpft Kiel nicht mehr auf dem Rasen, sondern um die Zukunft der Liga. Dabei holt sie sich auch Rat bei Seifert. Kiel: „Ich schätze mich glücklich, Christian Seifert auch mal um Rat fragen zu können.“ Und sieht eine besondere Parallele: „Als er sein Büro hier übernommen hat, war er 35. Ich bin jetzt 34. Er kann viele Themen beim Aufbau der Liga nachvollziehen. Und das schätze ich sehr.“
Der erste große Härtetest wartet schon im Herbst: Dann muss die neue Frauen-Bundesliga erstmals selbst ihre TV-Rechte aushandeln. Und Kiel beweisen, wie mächtig sie wirklich schon ist.
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