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Fischerei im Wattenmeer: Goldschmidt will fischereifreie Zonen im Wattenmeer

Stern ·
Fischerei im Wattenmeer: Goldschmidt will fischereifreie Zonen im Wattenmeer

Wie geht es weiter mit der Krabbenfischerei? Umweltminister Goldschmidt setzt auf Dialog mit den Fischern – doch bisher fehlt eine Einigung.

Klappt das noch vor der Wahl? Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt fordert fischereifreie Zonen im Wattenmeer . „Krabbenfischerei ist ein massiver Eingriff in die Meeresökologie der Nordsee“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Es handele sich um grundberührende Fischerei. „Das heißt, das Fanggeschirr wühlt regelmäßig den gerade im Wattenmeer besonders schützenswerten Meeresboden“, erklärte er. „Das tötet viele Organismen und ist ökologisch ein Problem.“ Goldschmidt geht es aber explizit nicht darum, die wenigen verbliebenen Krabbenfischer in Schleswig-Holstein zum Aufgeben zu zwingen. „Mir ist bewusst, dass die Krabbenfischerei ein traditionsreicher Wirtschaftszweig in Schleswig-Holstein ist.

Deshalb geht es mir auch nicht darum, sie komplett aus dem Nationalpark herauszuhalten, sondern ein gutes Miteinander zu finden.“ Neue Gespräche? Vor gut einem Jahr war ein Zukunftsdialog zwischen Krabbenfischern, Naturschützern und Landesregierung über die Fischerei im Nationalpark vorerst gescheitert.

Hauptgrund war, dass sich die beteiligten Gruppen nicht auf den erforderlichen Umfang neuer fischereifreier Gebiete im Nationalpark einigen konnten.

Die Gespräche sind seitdem nicht wieder aufgenommen worden. „Wir konnten uns am Ende nicht auf eine Kulisse verständigen, die von der Krabbenfischerei freigehalten wird“, sagte Goldschmidt. „Aber meine Tür steht weiterhin sperrangelweit offen.“ Nach seiner Einschätzung sei allen Beteiligten klar, dass weiteres Aufeinanderzugehen nötig sei. „Wir haben das bei der Muschelwirtschaft geschafft.

Das ist inzwischen der profitabelste Teil der schleswig-holsteinischen Fischereiwirtschaft und dabei nationalparkkompatibel.“ Die Umweltsicht Ende September hatte die Umweltorganisation WWF einen Plan für fischereifreie Zonen vorgelegt.

Nach ihrem Willen soll die Fischereitätigkeit der Krabbenkutter in den schleswig-holsteinischen Küstengewässern um rund 25 Prozent beschränkt werden, um besonders wertvolle Naturräume zu schützen.

Der ökologische Zustand der hiesigen Küstengewässer sei besorgniserregend.

Der WWF-Vorschlag sieht unter anderem vor, Tidebecken bei Sylt, die Norder- und Süderaue zwischen den Inseln und dem Festland sowie die küstenfernen Gebiete vor Amrum und Sylt mit dem Schweinswalschutzgebiet als fischereifreie Gebiete auszuweisen.

Zusätzlich wird im Elbmündungsgebiet eine zeitlich begrenzte Schutzzone für Brandgänse vorgeschlagen, um die Tiere während der Mauser im Juli und August vor besonders schädlichen Störungen zu bewahren.

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