Warum das denn? - Wagner nennt Fans nicht Fans
Hannover – Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen. Wenn Hannovers Trainer Sandro Wagner (38) über die 96-Anhänger spricht, redet er niemals von Fans – sondern immer von Zuschauern. Und das ist kein Zufall.
„Ich tue mich immer schwer mit dem Begriff Fans“, erklärt Wagner . „Da sind teilweise 30‑, 40‑, 50‑Jährige. Ich weiß nicht, ob die als Fans tituliert werden wollen, wenn sie da mitfahren.“
Auch bei seinen weiteren Ausführungen über die Magdeburg-Niederlage (0:3) vermeidet er das F-Wort hartnäckig. Wagner: „Die Zuschauerinnen und Zuschauer, die einfach so eine Reise mitmachen und die Wochenenden dementsprechend planen, tun mir dann leid. Klar gibt es in jedem Verein mal Niederlagen bei Auswärtsspielen. Aber wir müssen zumindest den Leuten signalisieren, dass man All-in geht in allem und sich wehrt und macht und tut.“
Klar benannt wird dagegen, was Wagner bei seiner Heim-Premiere gegen St. Pauli (Samstag, 20.30 Uhr, Sky und RTL) von seiner Mannschaft sehen will: „Die Zuschauer sollen das Gefühl haben, dass sich die Jungs zerreißen.“ Einfach wird das allerdings nicht. Wagner: „St. Pauli hat sich jetzt sportlich gefunden, ist seit vier Spielen ungeschlagen und hat sehr viel Geschwindigkeit in seiner Mannschaft.“
Bei Hannover 96 ist die Brust derzeit alles andere als breit, der Abstand auf den Karlsruher SC und den ersten direkten Abstiegsplatz beträgt nur zwei Punkte. Wagner verrät: „Ich habe eine Mannschaft übernommen, die durch ihre tabellarische Situation ein Stück weit verunsichert ist. Wenn man Spiele gewinnt, darf man nicht komplett locker werden. Wenn man Spiele verliert, darf auch nicht alles komplett schlecht sein. Natürlich haben wir unsere Themen, das wussten wir schon vorher.“
Ein Sieg gegen St. Pauli soll die Verunsicherung beseitigen. Bei den Spielern. Und bei den Fans. Beziehungsweise den Zuschauern.
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