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Kultur

IT-Sicherheit: Experten kritisieren Krisenmanagement bei IT-Leak in Berlin

Stern ·
IT-Sicherheit: Experten kritisieren Krisenmanagement bei IT-Leak in Berlin

Nach dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung fordern Experten mehr Transparenz und kritisieren das Krisenmanagement.

Aus der FDP gibt es Rücktrittsforderungen.

Ein schneller Überblick, welche zum Teil vertraulichen Daten die Cyberkriminellen nach dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung veröffentlicht haben, ist nach Einschätzung von Experten unrealistisch. „Abschätzen zu können, was im Detail abgeflossen ist, das kann sehr lange dauern, mindestens noch viele Wochen“, sagte der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Joachim Selzer, der Deutschen Presse-Agentur. „Was wir jetzt brauchen, ist vor allen Dingen maximale Transparenz bei der Aufarbeitung.

Das heißt, dass man auch in der Öffentlichkeit sagt, jetzt stellen wir uns hin und erzählen genau, was schiefgegangen ist.“ Die Fraktionen der Linke und die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus haben beantragt, bei der nächsten Sitzung des Landesparlaments in der Aktuellen Stunde am Donnerstag über das Thema „Versagen bei der IT-Sicherheit der Verwaltung, erneut miserables Krisenmanagement “ zu diskutieren.

Berliner FDP fordert Wegner und Spranger zum Rücktritt auf Die Berliner FDP forderte den Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) und der Innensenatorin Iris Spranger (SPD). „Beide haben versagt.

Aufklärung und Rücktritte schließen sich nicht aus - sie sind zwei Seiten derselben politischen Verantwortung.“ Berlins FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer sprach sich außerdem für einen Untersuchungsausschuss zu der Hackerattacke aus. „Der Cyberangriff ist kein plötzliches Unglück, sondern das Ergebnis jahrelangen politischen und organisatorischen Versagens“, kritisierte er. „Der Senat kannte die Warnungen.

Er kündigte Verbesserungen an, blieb aber den Nachweis schuldig, dass die Mängel tatsächlich beseitigt wurden.“ IT-Experte Selzer sieht ebenfalls vieles kritisch: „Es ist schon bemerkenswert, dass am Freitag vor zwei Wochen die ersten Vorab-Häppchen auf der Seite veröffentlicht wurden und dann nach meinen Informationen am Mittwoch Leute, die es getestet haben, immer noch auf die damals veröffentlichten Systeme draufgekommen sind mit den veröffentlichten Passwörtern“, sagte er. „Und da frage ich mich, warum wurden nicht sofort nach dem Bekanntwerden dieser Vorab-Leaks alle Zugänge gesperrt?“ „Sorglosigkeit ist ein Phänomen, das nicht nur das Land Berlin betrifft, insofern ist das nichts, was mich großartig überrascht hat“, sagte Selzer.

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