Angriffe über queere Datingplattformen
Exklusiv Fake-Dates Angriffe über queere Datingplattformen Stand: 18.08.2026 • 12:39 Uhr
Junge Männer organisieren sich in Gruppen, um über queere Dating-Apps Gewalt auszuüben. Sie vernetzen sich etwa auf Discord-Servern und teilen Aufnahmen ihrer Taten - wie eine Recherche von team.recherche zeigt.
"Da ging meine kleine Hölle los", sagt Lukas, der eigentlich anders heißt. An einem Sommertag wartet der 35-Jährige auf sein Date, mit dem er sich auf einem Parkplatz verabredet hatte. Doch statt seiner Verabredung kommen mehrere junge Männer, die ihn aus dem Auto zerren, filmen und erniedrigen. "Ich sollte tanzen und ich sollte sagen, dass ich Sex mit Minderjährigen haben wollen würde", sagt Lukas. Dabei ging er davon aus, dass er sich mit einer erwachsenen Person treffen würde.
Lukas wurde Opfer eines Fake-Dates, und damit ist er nicht allein. team.recherche zählte mehr als 70 angezeigte Fälle der Dating-Masche deutschlandweit in den letzten zehn Jahren. Insgesamt hat sich die Zahl der queerfeindlichen Straftaten laut Bundeskriminalamt in den letzten 15 Jahren nahezu verzehnfacht. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Laut einer repräsentativen Umfrage der EU-Grundrechtsagentur von 2024 zeigt einer von zehn Betroffenen solche Fälle an.
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Lukas' Täter nannten sich selbst "Pedo-Hunter" - das sind Menschen, die Selbstjustiz an vermeintlich Pädokriminellen betreiben. Sie geben sich als Jungen oder Mädchen aus und verabreden sich mit Personen, denen sie Pädophilie zuschreiben. Bei den persönlichen Treffen greifen "Pedo-Hunter" Betroffene teilweise gewaltsam an.
Doch warum wurde Lukas, der sich mit einer erwachsenen Person treffen wollte, Opfer von selbsternannten Pedo-Huntern? Das team.recherche will wissen, wer hinter den Taten steckt, und schleust sich in eine Discord-Gruppe ein. Auf der Plattform können Benutzer unter anderem Nachrichten, Bilder und Videos verschicken.
Wochenlang verfolgen die Autorinnen und Autoren die Chats der rund 1.500 User auf dem Server. Darin tauschen sich vor allem junge Männer über Gewaltfantasien und Angriffe auf vermeintlich Pädophile aus. Immer wieder teilen User auch queerfeindliche Aussagen. Ein User schreibt: "Die homo pedos wie mein onkel; Hab mein onkel nur die knie scheibe raus geschlagen; Der ist jetzt geh behindert." [sic]
Es scheint, als würde unter den Usern Homosexualität teils mit Pädophilie gleichgesetzt. Der Verfassungsschutz Baden-Württemberg bestätigt das: "Insbesondere hierbei wird oft der Schutz des vermeintlich gefährdeten Kindeswohls in den Vordergrund der queerfeindlichen Agitation gestellt."
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Zudem wird auf dem Discord-Channel immer wieder betont, dass die Bewegung unpolitisch sei. Gleichzeitig werden Nachrichten wie diese gepostet: "Ich kämpfe aktiv für das Deutsche Reich, also zum Beispiel gegen lgbtq".
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.tagesschau.de — der Inhalt gehört Tagesschau (ARD).