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Jobverluste jetzt auch bei Dienstleistungen

Tagesschau (ARD) ·
Jobverluste jetzt auch bei Dienstleistungen

Viele Unternehmer geben auf Jobverluste jetzt auch bei Dienstleistungen Stand: 18.08.2026 • 12:38 Uhr

Die Konjunkturflaute in Deutschland greift um sich: Erstmals seit der Corona-Krise sinkt die Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungssektor. Zudem ist das Firmensterben so ausgeprägt wie seit fast 20 Jahren nicht.

Nach der Industrie schwächelt jetzt auch die Beschäftigung in den Dienstleistungsbereichen. Erstmals seit der Corona-Krise ist dort im zweiten Quartal dieses Jahres die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresquartal gesunken. Wie das Statistische Bundesamt berichtet , sank die Erwerbstätigenzahl im Dienstleistungssektor in der Jahresfrist um 0,1 Prozent.

Vor allem in den Bereichen Handel, Verkehr und Gastgewerbe sank die Zahl der Erwerbstätigen - um 1,1 Prozent. Mehr Beschäftigte gab es dagegen im Öffentlichen Dienst einschließlich Erziehung und Gesundheit. Dort stieg die Zahl der Arbeitnehmer um 1,5 Prozent.

Insgesamt waren im zweiten Quartal 2026 rund 45,7 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Das waren saisonbereinigt 0,1 Prozent weniger als im ersten Quartal und 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen ist zuletzt so stark gestiegen wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. mehr

Deutlich größer war der Rückgang der Beschäftigten dabei außerhalb des Dienstleistungssektors: Am Bau sank die Zahl der Beschäftigten um 0,7 Prozent, in der Land- und Forstwirtschaft um 1,5 Prozent. Auch in der Industrie setzte sich der schon länger beobachtete Abwärtstrend fort. Hier wurden 2,0 Prozent weniger Erwerbstätige registriert.

Das ist wenig überraschend angesichts der Tatsache, dass immer mehr Industrieunternehmen aufgeben: In der Industrie traf es im vergangenen Jahr etwa 11.000 Betriebe und damit zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Patrik-Ludwig Hantzsch von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hatte jüngst mit Blick auf steigende Insolvenzzahlen von einer "Krisenzange" gesprochen, die die deutsche Wirtschaft "von zwei Seiten packt und schädigt": einerseits geopolitische Verwerfungen wie der Iran-Krieg oder die US-Zölle, andererseits hohe Energiepreise und viel Bürokratie im Inland.

In den ersten sechs Monaten des Jahres hat es einer Studie zufolge in Deutschland so viele Pleiten gegeben wie zuletzt vor 13 Jahren. mehr

Die Mehrzahl der Geschäftsaufgaben war im vergangenen Jahr allerdings nicht insolvenzbedingt, sondern erfolgte nahezu geräuschlos, wie Creditreform und das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim in ihrer jährlichen gemeinsamen Analyse feststellen.

"Immer mehr Betriebe schließen, weil Firmeninhaber in den Ruhestand gehen und keinen Nachfolger finden. Fast ein Drittel aller freiwilligen Schließungen erfolgt mittlerweile aus Altersgründen - deutlich mehr als noch vor zehn oder 15 Jahren", erläutert ZEW-Forscherin Sandra Gottschalk.

Danach sind gerade einmal 13 Prozent der fast 190.000 erfassten Schließungen im vergangenen Jahr auf ein Insolvenzverfahren zurückzuführen. Insgesamt gaben im vergangenen Jahr 187.744 Unternehmen in Deutschland auf - so viele wie seit fast 20 Jahren nicht.

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