„Erheblicher Schaden“ - Bundesliga-Boss rechnet mit VAR ab
Augsburg – Nach BILD-Informationen kommt es an diesem Wochenende im Rahmen der ersten DFB-Pokal-Runde zu Protestaktionen mehrerer Ultragruppierungen gegen den VAR. Die beteiligten Fans drängen auf die Abschaffung des Video-Einsatzes. Unter den Bossen der Liga haben die Anhänger mindestens einen prominenten Unterstützer.
Augsburgs Geschäftsführer Michael Ströll (42) zu BILD: „Wir können die Sichtweise der Fans nachvollziehen, weil wir dies in vielen Punkten ähnlich empfinden. Der VAR wurde eingeführt, um den Fußball gerechter zu machen. In der Praxis verlagern wir das Problem jedoch oftmals von der Diskussion über die Schiedsrichter-Entscheidung zur Diskussion über den Video-Schiedsrichter. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass der VAR häufig neue Diskussionen schafft, anstatt alte zu lösen.“
Weiter sagt der FCA-Boss über den VAR: „Vor allem aber bleiben die Emotionen auf der Strecke, wodurch der Grundgedanke dieses wunderbaren Spiels erheblichen Schaden nimmt. Das steht für uns nicht in Relation zum diskutablen Mehrwert. Wir stehen in Deutschland für Fankultur, Stimmung auf den Rängen und Emotionen in den Stadien. Damit haben wir einen klaren Wettbewerbsvorteil anderen Ligen gegenüber. Diese Aspekte sollten wir schützen und nicht krampfhaft an etwas festhalten, nur um des Festhaltens willen.“
Die Fanszene Deutschland schrieb in ihrer Stellungnahme am Donnerstag: „Die Hoffnung bei Einführung auf eine objektive Gerechtigkeit hat sich nicht erfüllt, vielmehr schafft der Videoassistent neue Ungerechtigkeiten. In der nun startenden ersten Pokalrunde sehen wir den Fußball, wie er sein sollte: ohne VAR und damit authentisch, unmittelbar und voller Emotionen. Zu diesem Zustand möchten wir dauerhaft zurückkehren und fordern deshalb die Abschaffung des Video Assistant Referee im deutschen Fußball.“
Augsburg muss am Samstag um 13 Uhr in der ersten Pokalrunde bei Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus ran. Um für den Hexenkessel gewappnet zu sein, stellte Cheftrainer Manuel Baum (46) in den Trainingseinheiten in dieser Woche extra XXL-Lautsprecher auf, an denen die Fangesänge des Gegners liefen.
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