Fährunglück von Zypern: Türkisches Spezialschiff taucht zum Fährwrack ab
Warum können nur ferngesteuerte Roboter in 500 Meter Tiefe tauchen? Ein Experte erklärt, welche Technik das Spezialschiff TCG bereithält und wie schwierig die Bergungsarbeiten tatsächlich sind.
Nachdem am Sonntagmittag eine Passagierfähre vor der Küste Zyperns gekentert ist, unterstützt ein türkisches Spezialschiff mit besonderer Technologie die lokalen Kräfte.
Bei dem Unglück sind Behördenangaben zufolge 8 Menschen gestorben, 20 weitere werden derzeit noch vermisst.
Wie das Schiff TCG Isin dabei helfen kann, in 500 Meter Tiefe zu tauchen, um an das Wrack zu gelangen, erklärt Dozent Cetin Kedioglu vom Unterwassertechnologie-Programm der Onsekiz-Mart-Universität in Canakkale der Deutschen Presse-Agentur.
Wie lange dauert solch ein Einsatz und wann könnte es die ersten Erkenntnisse geben? Die Gesamtdauer eines solchen Unterwassereinsatzes lasse sich nicht vorhersagen und ist neben den verfügbaren technischen Mitteln auch von den Wetterverhältnissen, der Strömung sowie der Lage und dem Zustand des Wracks abhängig, sagte Kedioglu.
Bei einer Tiefe von mehr als 500 Metern, in der das Schiff „Filo Jet“ liegt, sei ein Einsatz von Tauchern absolut ausgeschlossen.
Dort kämen ferngesteuerte Unterwasserroboter zum Einsatz, die zunächst die genaue Lage des Schiffes bestimmen und den Zustand von Luken und Türen analysieren.
Auf Basis der Kamerabilder könne anschließend der Bergungsplan erstellt werden.
Der nord-zyprische Präsident Tufan Erhürman erklärte am Dienstag vor Journalisten, dass keine schnellen Ergebnisse erwartet werden sollten, die Sucharbeiten jedoch kontinuierlich durchgeführt würden.
Welchen Einfluss haben Strömung und Wetter auf die Arbeiten? Laut Kedioglu haben auch Wetter, Seegang und Strömungen einen entscheidenden Einfluss auf den gesamten Einsatzablauf.
Bei hohem Wellengang oder starkem Wind könne das Mutterschiff an der Oberfläche seine Position nicht exakt halten.
Wenn die Schiffsposition schwankt, könne der Roboter nicht zu Wasser gelassen werden, erklärt der Wissenschaftler.
Für den Einsatz seien möglichst glatte und ruhige Seebedingungen zwingend erforderlich.
Wie riskant ist der Einsatz? Für menschliches Einsatzpersonal bestehe laut Kedioglu bei den Bergungsarbeiten keine Lebensgefahr, da Menschen in diese Tiefe ohnehin nicht selbst vordringen.
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