Eigene Geheimdienste ignoriert: Trump und Hegseth bombten sich sehenden Auges in Iran-Krise
Seit sechs Monaten sind die USA im Krieg gegen den Iran, erzwungenermaßen ändert das Weiße Haus einmal mehr seine Taktik gegen die Islamische Republik. Schon vor Kriegsbeginn verschätzte sich die Regierung von Präsident Trump.
Donald Trump ist am Donnerstag gut gelaunt. "Ich habe schon lange an den See von Amerika gedacht", säuselt er selbstzufrieden im Oval Office. Durch den bei US-Behörden in "Lake America" umbenannten "Lake Ontario" verläuft die gemeinsame Grenze mit Kanada - Trump trollt das Nachbarland mitten im Zollkrieg. Doch das Amüsement des Präsidenten verfliegt schnell, als er von den anwesenden Journalisten zum Krieg gegen den Iran gefragt wird. Seine Antwort klingt, als sei es für das Weiße Haus nur eine Frage der Zeit, bis das Regime in Teheran zusammenbricht. "Sie bezahlen ihre Truppen nicht (…) wir sind fertig mit ihrem Militär (…) die Straße von Hormus ist frei", tönt er. "Sie haben richtige Probleme." Die USA hätten die Kontrolle über die Meeresenge, eskortierten zivile Schiffe und blockierten die des Iran.
Ist das so? Als die Vereinigten Staaten am 28. Februar gemeinsam mit Israel den Krieg gegen den Iran begannen, gingen sie öffentlich von sechs Wochen mit Bomben und anderen Luftangriffen aus. Nun sind es sechs Monate. Ein Ende des Konfliktes gegen die Islamische Republik ist nicht abzusehen. Die militärische Strategie des Weißen Hauses ist gescheitert. Die iranische Revolutionsgarde kontrolliert das Land und feuert laut US-Medienberichten und entgegen den Aussagen Trumps weiterhin auf Schiffe in der Seestraße, wo Hunderte von diesen stillstehen. Die Munitionsbestände der USA sollen niedrig und die Moral der Truppe durchwachsen sein. Internationale Energiepreise sind höher als vor Kriegsbeginn, was auch im eigenen Land die Verbraucherpreise treibt. Das verkompliziert Trumps Republikanern ihren Wahlkampf für die Kongresswahlen im November.
Dabei hatte Trump der iranischen Bevölkerung am ersten Kriegstag versprochen: "Die Stunde Ihrer Freiheit ist da." Nun soll der Krieg nach Willen der US-Regierung mit Wirtschaftssanktionen entschieden werden, den Revolutionsgarden die Finanzierung entzogen und damit das theokratische Regime doch noch gestürzt werden. Die Taktik klingt ähnlich wie die gegen Kuba, wo Trump die dortige unliebsame Regierung durch Wirtschaftsblockade zur Aufgabe bewegen will.
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