Ceuta: Spanien will 500 unbegleitete Minderjährige aufs Festland bringen
Spanien will mit der Übernahme von rund 500 besonders schutzbedürftigen unbegleiteten Minderjährigen auf das Festland für Entlastung in der Exklave Ceuta sorgen. Integrationsministerin Elma Saiz bestätigte im Interview des Radiosenders RNE entsprechende Medienberichte.
Die Zentralregierung in Madrid arbeite gemeinsam mit den Behörden in Ceuta sowie mit den Regionalregierungen des Landes an einer solchen Lösung, sagte sie. Die Exklave war Ende Juli von der Massenankunft Zehntausender Migranten aus dem umliegenden Marokko regelrecht überwältigt worden.
Dutzende Menschen starben bei dem Versuch, die Grenze nach Ceuta schwimmend zu überwinden. Nichtregierungsorganisationen schätzen die Zahl der Todesopfer auf weit über hundert. Die allermeisten Überlebenden hatten die Exklave kurz darauf wieder verlassen. Nach Angaben von Innenminister Fernando Grande-Marlaska halten sich derzeit noch rund 5000 Migranten in Ceuta auf.
Die nun für die Verlegung auf das Festland ausgewählten Minderjährigen sollen dort von Kinderschutzorganisationen in geeigneten Einrichtungen betreut werden. Vorgesehen ist nach Medienberichten »die verbindliche und solidarische Aufnahme von Minderjährigen durch alle Regionen« Spaniens sowie auch die Unterbringung in Pflegefamilien. Die Zahl von rund 500 Minderjährigen ist demnach vorläufig und kann sich noch ändern.
4 Min Zur Merkliste hinzufügen 4 Min Zur Merkliste hinzufügen Migrationskrise in Ceuta: »Es war ein Spiel, und wir sind einfache Leute – wir sind drauf reingefallen« Aus Ceuta (Spanien) und Fnideq (Marokko) berichten Zoé Kammermann, Katrin Kuntz, Jan Petter und Dunja Ramadan 21 Min Zur Merkliste hinzufügen 21 Min Zur Merkliste hinzufügen Migrationskrise in Ceuta: Die Stadt schloss ihre Läden – und Zehntausende Menschen standen ohne Wasser da Aus Ceuta berichten Jan Petter und Zoé Kammermann, Anna Surinyach (Fotos) 7 Min Zur Merkliste hinzufügen 7 Min Zur Merkliste hinzufügen Ministerin Saiz sagte, sie könne noch keine Einzelheiten zu dem Vorhaben nennen. Bei allen Maßnahmen müsse aber das »übergeordnete Interesse des Kindes« geschützt werden. Ceuta werde dabei mit 25 Millionen Euro unterstützt. Zudem habe Spanien bei der EU Nothilfemittel beantragt.
Seit der Massenankunft Ende Juli hat die spanische Nationalpolizei in Ceuta 2168 unbegleitete Minderjährige identifiziert und den Behörden der Exklave übergeben, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete.
Die Versorgung und Unterbringung der verbliebenen Migranten, die nicht nur aus Marokko, sondern unter anderem auch aus Ländern südlich der Sahara stammen, stellt die Behörden weiterhin vor große Herausforderungen. Besonders groß ist die Sorge um die zurückgebliebenen unbegleiteten Minderjährigen, darunter viele Mädchen.
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