Ukraine: Atomkraftwerk Saporischschja verliert letzte externe Stromleitung
Das Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine hat die letzte externe Stromleitung verloren. Grund dafür ist die Beschädigung einer Hochspannungsleitung. Das von Russland kontrollierte Kraftwerk ist nun auf Notstromdieselgeneratoren umgeschaltet.
»Das Kraftwerkspersonal überwacht die Betriebsparameter der Anlagen. Alle notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des sicheren Betriebs der Blöcke werden in vollem Umfang ergriffen«, erklärte die von Moskau eingesetzte Leitung und fügte hinzu, dass die Strahlungswerte normal seien.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte auf der Plattform X mit: »Ein Versuch, die Leitung manuell wiederherzustellen, schlug fehl. Aufgrund der anhaltenden militärischen Aktivitäten können die Techniker derzeit die Ursache des Ausfalls nicht ermitteln.« Einer ersten Einschätzung zufolge befindet sich die Schadensstelle am nördlichen Ufer des Dnipro.
The IAEA has been informed that the 330 kV Ferosplavna-1 power line at the Zaporizhzhya NPP – the plant’s only remaining off-site power line - was disconnected at 00:44 local time today resulting in a new loss of off-site power. The location of the damage to the line was… pic.twitter.com/U5WemCPB0b
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Das Kraftwerk, das mit sechs Reaktoren das größte Europas ist, produziert selbst keinen Strom, benötigt jedoch Strom aus zwei externen Verbindungen, um den Kernbrennstoff zu kühlen.
Russland hatte das Kraftwerk in den ersten Wochen des Krieges, der 2022 begann, besetzt. Seitdem werfen sich Moskau und Kyjiw regelmäßig gegenseitig militärische Aktionen vor, die die nukleare Sicherheit gefährden.
Bei massiven russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens zwölf Menschen getötet worden. Klitschko nannte am Morgen nach den nächtlichen Attacken mehrfach eine höhere Zahl der Toten. Die Beseitigung der Folgen dauere an, sagte er. Der Zivilschutz sprach von 34 Verletzten. Im Gebiet Kyjiw meldeten die Behörden nach den Angriffen einen Toten und sieben Verletzte.
Russland setzte bei den Luftschlägen zuletzt verstärkt ballistische Raketen ein – in dem Wissen, dass die Ukraine täglich einen Mangel an Flugabwehrraketen beklagt. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte den Angriff. In Kyjiw seien Rüstungsbetriebe und Lager für Munition und Drohnen getroffen worden. ( Mehr zu dem Thema lesen Sie hier .)
Nach Behördenangaben kam es zu mehreren Bränden und Stromausfällen. Auch Wohnhäuser, darunter ein Hochhaus, ein Kinderkrankenhaus und eine Schule seien getroffen worden, teilten die Behörden mit.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem massiven kombinierten Angriff mit verschiedenen Raketentypen, Marschflugkörpern und Drohnen. Die Russen hätten sich lange darauf vorbereitet, um »die zivile Infrastruktur so stark wie möglich zu beschädigen«.
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