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Wie ein Deutscher das Waffenrecht aushebelte

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Wie ein Deutscher das Waffenrecht aushebelte

Ein Deutscher mit dem Pseudonym JStark1809 machte 3D-Drucker zu potenziellen Waffenfabriken. Seine Baupläne verbreiteten sich weltweit. Und noch heute werden sie genutzt.

Oktober 2019, Halle in Sachsen-Anhalt : Der Rechtsextremist Stephan B. versucht, in die Synagoge einzudringen. Die massive Holztür hält stand. Doch in einem nahen Döner-Imbiss erschießt der Täter danach einen 20-Jährigen.

Die Waffen von Stephan B. stammten teilweise aus einem 3D-Drucker. In seinem Manifest stand: "Das Hauptziel ist es zu beweisen, dass selbstgebaute Waffen wirklich funktionieren." B.s Waffen hatten jedoch Ladehemmungen. Das rettete vermutlich viele Leben, denn in der Synagoge feierten Jüdinnen und Juden ihren höchsten Feiertag, Jom Kippur.

Durch Stephan B.s Anschlag erfuhr die Öffentlichkeit erstmals, dass es einen 3D-Waffenbauer gab, der sich selbst im Internet JStark1809 nannte. Jacob, so sein echter Vorname, aus Deutschland , war angetreten, um einen Feldzug gegen die Waffengesetze zu starten.

Seine FGC-9, kurz für "Fuck Gun Control 9mm", sollte beides sein: Schusswaffe und gleichzeitig radikale politische Forderung. Ein halbautomatischer Pistolenkarabiner, der sich mit handelsüblichen 3D-Druckern herstellen lässt.

Eine Waffe ohne regulierte Bauteile und ohne Seriennummer. Eine sogenannte Ghost Gun, die für Behörden unsichtbar bleibt. Bau, Besitz und Verwendung einer selbst gedruckten Waffe wie der FGC-9 sind in Deutschland ohne die erforderlichen waffenrechtlichen Erlaubnisse strafbar.

JStark1809 hatte für die 3D-Waffe eine akribische Schritt-für-Schritt-Anleitung entworfen, die er für jeden verfügbar im Internet veröffentlichte.

Terrorismus-Forscher Rajan Basra sagt in der ZDFinfo-Dokumentation "World Wide Cybercrime: Print to Kill - Waffen aus dem 3D-Drucker ": "Die FGC-9 ist zuverlässig, effektiv und sieht auch noch gut aus. Vor allem aber ist sie komplett Marke Eigenbau." Dass sie in Halle an der Tür der Synagoge scheiterte, lag laut Aussage von JStark1809 im Nachrichtenmagazin "Spiegel" an der Munition, die Stephan B. benutzt hatte.

JStark1809 verbreitete Infos über seine Waffe, die Baupläne und sein Weltbild über ein dezentrales Online-Netzwerk. 2020, ein Jahr nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle, trat JStark in einer britischen YouTube-Doku erstmals öffentlich auf.

Nach der Veröffentlichung des Videos nahm die Entwicklung von 3D-gedruckten Schusswaffen richtig Fahrt auf. 10.000 Bastler und Waffen-Fans organisierten sich in JStarks Online-Gruppe. Ihre Baupläne verbreiteten sich weltweit und schon bald tauchten die ersten selbst gedruckten FGC-9 in Brasilien , Neuseeland und in mehreren europäischen Ländern auf.

Sehen Sie die Doku " World Wild Cybercrime: Print to Kill - Waffen aus dem 3D-Drucke r" am 7. September 2026 um 1:15 Uhr bei ZDFinfo oder jederzeit im ZDF-Streaming-Portal.

Die Technik entwickelte sich seither massiv weiter. Jacob alias JStark1809 allerdings erlebte das nicht mehr mit. 2021 wurde er tot in seinem Auto gefunden - die Todesursache ist bis heute ungeklärt.

Doch seine Baupläne sind in der Welt und zeigen eine der gefährlichsten Seiten des Internets.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.zdf.de — der Inhalt gehört ZDFheute.

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