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Kultur

Weniger süß: Gesund, aber umstritten: Rheinland-Pfälzer zur Zuckersteuer

Stern ·
Weniger süß: Gesund, aber umstritten: Rheinland-Pfälzer zur Zuckersteuer

Die CDU-Agrar-Länderminister wollten sie noch mit einem Brief an den Bundeskanzler verhindern.

Jetzt hat das Kabinett die Zuckersteuer auf den Weg gebracht.

Was sagen die Rheinland-Pfälzer? Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) sieht die Zuckersteuer kritisch, sagt aber: „Die Zuckersteuer ist ein Kompromiss, und wir tragen sie natürlich mit.“ Sie belaste aber einige Bundesländer wie Rheinland-Pfalz mehr als andere, sagte der CDU-Landeschef im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Die Zuckerbauern sind schon durch die Glasflügelzikade massiv betroffen, viele haben Ernteausfälle.“ Zwar werde viel Geld in die Forschung dazu gesteckt, aber es dränge zum Beispiel auch mehr Rohrzucker aus Südamerika auf den Markt.

Minister Hoch hofft auf Erfolge im Kampf gegen Übergewicht Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) befürwortet die Zuckersteuer, „um gesunde Lebensmittel zugänglicher und bezahlbarer zu machen“.

Prävention sei entscheidend im Kampf gegen Adipositas, besonders bei Kindern und Jugendlichen.

Eine gesunde Umgebung, die gesunde Ernährung und Bewegung fördert, sei dafür essenziell. „Die internationale Erfahrung und die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sprechen dafür, dass eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke ein wirksames Präventionsinstrument sein kann.“ Kinderärzte sehen zunehmenden Zuckerkonsum Der Landesvorsitzende des Berufsverbands der Kinder - und JugendärztInnen (BVKJ), Christian Wantzen, sagt: Die Zuckersteuer sei ein guter Anfang zum Schutz von Kindern, Jugendlichen aber auch von Erwachsenen vor den Folgeerkrankungen des zu hohen Zuckerkonsums in Deutschland.

Schon 2020 als Forderungen danach aufgekommen seien, hätten Kinder und Jugendliche im Durchschnitt bis zu einem halben Liter zuckergesüßte Erfrischungsgetränke pro Tag getrunken. „Das hat zugenommen.“ Im Europavergleich liege Deutschland damit auf dem dritten Platz.

Verbraucherzentrale erwartet weniger Zucker in der Limo Eine Zuckersteuer auf Getränke kann nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beitragen, den Zuckergehalt zu senken, ohne dass Produkte zwangsläufig teurer werden. „Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass viele Getränke nach Einführung einer Zuckersteuer nicht teurer, sondern weniger zuckrig sind“, sagt Sophie Ickler, Fachbereichsleiterin Lebensmittel und Ernährung.

Als Beispiel nennt sie Großbritannien.

Studien zufolge sei dort der durchschnittliche Zuckergehalt der betroffenen Softdrinks seit Einführung der Abgabe um etwa 47 Prozent zurückgegangen.

Damit eine solche Steuer gesundheitlich wirke, müsse sie Anreize für veränderte Rezepturen schaffen. „Je weniger Zucker ein Getränk enthält, desto niedriger fällt die Steuer aus“, meint Ickler.

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