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Kultur

„Er kam mit einer Scherbe auf mich zu“ - Die Nacht, in der Christina Applegate fast starb

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„Er kam mit einer Scherbe auf mich zu“ - Die Nacht, in der Christina Applegate fast starb

South Bend, Indiana (USA) – Weihnachten 1991. Christina Applegate ist gerade 20 Jahre alt geworden und steht auf dem Höhepunkt ihres Ruhms. Millionen TV-Zuschauer rund um den Globus verehren sie in ihrer Kultrolle als Kelly Bundy in „Eine schrecklich nette Familie“. Doch hinter den Kulissen spielt sich unbemerkt von der Öffentlichkeit ein fürchterliches Drama ab. Das beinahe mit ihrem Tod endet!

Denn der TV-Star ist in einer toxischen Beziehung gefangen. Was mit Abwertungen und Manipulation beginnt, artet schnell in körperlicher Gewalt aus. Warum Erfolg, Geld und Ruhm sie nicht vor Missbrauch schützen konnten, schildert Christina Applegate eindrücklich in ihrer Autobiografie „Du mit den traurigen Augen“, die seit heute auf Deutsch erhältlich ist.

Weihnachten 1991 verbringt sie in South Bend, Indiana, im Haus ihrer geliebten Großmutter. Ihr missbräuchlicher Freund besteht darauf, sie aus Los Angeles dorthin zu begleiten. Doch das Familienfest an Heiligabend wird zum Albtraum. Kaum angekommen, lässt er seinen Frust über den verspäteten Flug an Christina aus. Er attackiert sie brutal. „Mein Körper schlägt auf dem Bett auf – hart. Ich liege dort wie gelähmt. Ich weiß, dass ich verloren bin, dass ich es möglicherweise nicht überlebe. Das ist das Ende“, schreibt sie in ihren Memoiren. Die Nachbarn rufen die Polizei. Doch Applegate spielt die Sache herunter, will nicht, dass er verhaftet wird. Aus Angst, dass er sich später an ihrer Mama und Oma rächt.

Sie trifft eine verhängnisvolle Entscheidung: Sie begleitet ihn in ein Motel, wo die Situation komplett eskaliert. „Ich beobachte, wie er den Raum durchquert und im Badezimmer verschwindet. Dann höre ich einen Schlag und zersplitterndes Glas – er hat den Spiegel zerstört“, beschreibt die Schauspielerin in ihrem Buch. „Ich erstarre, sehe, wie er mit einer großen Scherbe wieder reinkommt. Langsam geht er auf mich zu. Ich spüre im Nacken eine eisige Kälte. Die Hoffnung, dass ich vielleicht überleben werde, schwindet.“

Sie versucht verzweifelt, den Telefonhörer zu greifen, doch sie schafft es nicht. Stattdessen zwingt er sie dazu, sich auf ihn zu legen. Applegate hat nicht nur Angst zu sterben, sondern dass er sie zuvor noch vergewaltigen würde. „‚Bitte, bitte, bitte‘, höre ich eine Stimme. ‚Lass mich gehen. Bitte lass mich gehen.‘ Es ist meine Stimme, eine berühmte Stimme, bekannt bei Millionen von Fernsehzuschauern, doch durch die Angst kaum zu identifizieren“, schildert Applegate die dramatischen Minuten im Motel. Ihre Gebete werden erhört, er lockert kurz den Griff und sie entkommt zur Rezeption, kann schließlich im Taxi fliehen.

Trotz dieser fürchterlichen Erfahrung kehrte sie danach zu ihrem Freund zurück. Es dauerte Jahre, bis sie es schaffte, sich aus der gewalttätigen Beziehung zu lösen. Mit dieser Offenheit über das dunkelste Kapitel ihres Lebens will sie anderen Frauen die Scham nehmen. „Die Gesellschaft verurteilt häufig Frauen, die in einer miserablen Beziehung feststecken, aber es ist alles nicht so leicht, wie es erscheint. Ich habe es durchlebt.“

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