Ver.di: Beschäftigte streiken an sechs deutschen Seehäfen
Sechs deutsche Seehäfen werden an diesem Dienstag bestreikt. Betroffen sind von den Warnstreiks nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di die Häfen in Hamburg , Bremerhaven, Bremen sowie im niedersächsischen Wilhelmshaven, Emden und Brake. Hintergrund sind stockende Tarifverhandlungen.
In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Ver.di ein Arbeitgeberangebot abgelehnt hatte. Die Gewerkschaft stützte sich auf eine Befragung unter den Beschäftigten. Die Mehrheit der mehr als 6.100 daran beteiligten Arbeitnehmer habe das Angebot des Arbeitgeberverbands als nicht ausreichend bewertet.
Die erste Verhandlungsrunde hatte im Juli in Bremen begonnen. Ver.di fordert für die rund 11.000 Beschäftigten in den Häfen 8,2 Prozent höhere Stundenlöhne als bisher. Der Vertrag solle ein Jahr lang laufen.
Die Arbeitgeber, die vom Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) in Hamburg vertreten werden, hatten in der ersten Runde ein Angebot vorgelegt und dieses in der zweiten erhöht. Der ZDS bietet unter anderem einen Anstieg der Löhne um 5,1 Prozent bei einer Laufzeit von 19 Monaten.
ZDS-Hauptgeschäftsführer Florian Keisinger sagte, er bedauere, dass das Angebot von Ver.di abgelehnt worden sei. Es handle sich im Vergleich zu anderen Branchen um ein gutes Angebot »am oberen Ende«, sagte er. Die Warnstreiks nannte Keisinger »unverhältnismäßig«.
»Dieses Signal an die Arbeitgeber, dass wir es ernst meinen mit unserer Tarifforderung, ist offenbar dringend nötig«, sagte Ver.di-Verhandlungsführerin Sylvi Krisch. Demnach wartet die Gewerkschaft auf einen dritten Verhandlungstermin.
Die zurückliegende Tarifrunde im vergangenen Jahr war ohne Warnstreiks zu Ende gegangen. Ver.di und ZDS einigten sich überraschenderweise bereits in der ersten Verhandlungsrunde. Die Einigung sah ein Lohnplus von 3,1 Prozent bei einer einjährigen Laufzeit vor. Zudem wurden weitere Zahlungen vereinbart.
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