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Leben und Tod: Beerdigungsbegleiter lassen auf dem letzten Weg nicht allein

Stern ·
Leben und Tod: Beerdigungsbegleiter lassen auf dem letzten Weg nicht allein

Wer ohne Angehörige stirbt, wird vom Amt bestattet - und oft gibt es eine einsame Beerdigung, zu der niemand kommt.

Das möchte eine Gruppe Ehrenamtlicher nicht hinnehmen.

Ein knappes Dutzend Trauergäste hat sich am Eingang des Kölner Südfriedhofs versammelt.

Den Toten, der gleich beerdigt werden soll, kannten die meisten von ihnen nicht oder allenfalls flüchtig - trotzdem wollen sie ihm das letzte Geleit geben. „Es ist doch so traurig, wenn niemand hinter der Urne her geht“, sagt Rosemarie Amberge.

Die 89-Jährige gehört zu einer Gruppe ehrenamtlicher Beerdigungsbegleiter, die einspringt, wenn ein Mensch stirbt, der keine Angehörigen oder Freunde hatte.

Die Idee kam im Jahr 2010 von einem Seelsorger der katholischen Kirchengemeinde St.

Severin, der den sogenannten einsamen Beerdigungen etwas entgegensetzen wollte.

Zurzeit gehören rund 20 Menschen zur Gruppe „Keiner geht allein“.

Etwa 120 Beerdigungen hätten die Mitglieder bisher begleitet, berichtet Mitorganisatorin Ingrid Rasch.

Verstorbenen einen würdigen Abschied bereiten „Der Tod gehört eben zum Leben dazu.

Durch unsere Anwesenheit wollen wir das zeigen“, sagt Rainer Hüttemann.

Er sehe es als Zeichen der christlichen Nächstenliebe, Verstorbenen einen würdigen Abschied zu bereiten, sagt der 84-Jährige. „In meinem Alter beschäftigt man sich wahrscheinlich auch öfter mit dem Thema Tod als ein jüngerer Mensch.“ Tatsächlich sind die meisten der Gruppenmitglieder Rentnerinnen und Rentner - aber nicht alle.

Der 62-jährige Johannes Lesaar etwa ist seit einer Weile arbeitslos und möchte seine Zeit sinnvoll nutzen, wie er sagt.

Auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit sei er auf die Beerdigungsbegleiter gestoßen - „das hat mich angesprochen“, erzählt er.

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