DFB-Frauen gegen Australien - Wück startet Casting für WM-Kader
Das Ziel ist das Maracana in Rio de Janeiro. Dort findet am 25. Juli 2027 das WM-Finale statt. Doch der Startschuss für die lange Vorbereitung fällt am Freitagabend. Die deutschen Fußballerinnen testen 20.30 Uhr (live im ZDF) in Karlsruhe gegen Australien. Und damit beginnt auch der Kampf um die Plätze im WM-Kader.
Als Bundestrainer Christian Wück (53) seine Spielerinnen in dieser Woche für den Doppeltest – Dienstag geht es in Bremen noch gegen Japan – zusammengeholt hatte, schwor er sie auf die WM ein. Es sei wichtig, dass die Spielerinnen ihre Chancen jetzt nutzen, sagte der Coach den Anwesenden. Denn mit Kapitänin Giulia Gwinn (28), Abwehrspielerin Rebecca Knaak (30) oder Mittelfeldspielerin Lena Oberdorf (24) fallen potenzielle Startelf-Spielerinnen aus.
Das gibt Möglichkeiten für andere. Auch für Spielerinnen, die in ihren Vereinen nicht immer zum Einsatz kommen. „Nicole Anyomi bekommt wenig Spielzeit in England, aber wir planen sie als Mittelstürmerin bei uns ein“, nennt Wück ein Beispiel. Top-Talent Lisa Baum (19) könnte auf den Außenpositionen zum DFB-Debüt kommen.
Rund 30 Spielerinnen dürfen sich noch Hoffnungen auf einen Platz im WM-Kader machen. Es gibt einige Positionen in der Startelf, auf denen noch keine Entscheidung gefallen ist. Allein die drei „Kapitäninnen“ Gwinn, Janina Minge (27) und Sjoeke Nüsken (25), Spielmacherin Jule Brand (23), Weltklasse-Stürmerin Klara Bühl (25) und Mittelfeld-Abräumerin Elisa Senß (29) dürften ihre Plätze sicher haben. Linksverteidigerin Franziska Kett (21) hat auch gute Karten. Und Torhüterin Ann-Katrin Berger (35) ist als Nummer 1 gesetzt, wenn sie fit ist. Diesmal fehlt sie. Bayern-Keeperin Ena Mahmutovic (22) darf ran.
Der Konkurrenzkampf hat begonnen. Wück sagte seinen Spielerinnen in dieser Woche zwar, die beiden Spiele seien „kein Casting für die WM“. Doch, was er dann anfügte, bedeutet genau das. „Wir ziehen unsere Rückschlüsse aus jeder einzelnen Länderspiel-Minute. Wie verhalten sie sich mit und gegen den Ball? Wie agieren sie als Team? Welche Spielerin harmoniert mit welcher anderen? Wie werden Drucksituationen gegen solche Gegner, wie wir sie jetzt haben, gemeistert?“ Damit werden die Partien zur Bewerbungsbühne für Brasilien.
Dafür wird jede ihre Chance bekommen. „Wir wollen dem Großteil der Spielerinnen Spielzeit geben. Wir werden auf der einen oder anderen Position Erkenntnisse bekommen, die wir bisher noch nicht haben“, sagt Wück.
Und die Ansprüche sind hoch. „Wir wollen das Level nicht nur halten, sondern weiter ausbauen. Ich möchte, dass wir in Details denken und arbeiten. Ich erwarte, dass wir in den beiden Spielen gefordert werden, eine Vorschau bekommen, was uns bei der WM erwartet und dass wir uns auf allerhöchstem Niveau weiterentwickeln können“, sagt der Trainer. „Wir wollen auf dem Platz aktiv und dominant sein. Wir wollen zwischen Mittelfeld- und Angriffs-Pressing wechseln, um unberechenbarer zu sein. Dazu gehört viel Mut. Das ist nicht so einfach, in diese junge Mannschaft reinzubekommen.“
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