Nahverkehr auf dem Land: Wenn der Bus nur alle paar Stunden kommt
Nahverkehr auf dem Land Wenn der Bus nur alle paar Stunden kommt Stand: 23.08.2026 • 12:16 Uhr
Der Spardruck ist bei vielen Kommunen groß - und sorgt für Kürzungen auch beim Nahverkehr. Linien werden eingestellt oder fahren seltener. Manche steigen aufs Auto um. Und was machen die, die das nicht können?
In der Mitte Bayerns: Im Kipfenberger Ortsteil Dunsdorf ist das grüne Bushäuschen verwaist. Gras wuchert am Randstein. Kein Wunder: Denn hier fährt der Bus seit dem 31. Juli nur noch an Schultagen und dann auch nur noch wenige Male. Rund 200 Menschen leben hier. Vorher fuhr der Bus mehrmals täglich.
Doch die Kommunen haben aus finanziellen Gründen Linien eingestellt, die bislang die Menschen in den Orten rund um Kipfenberg abgeholt haben. Für die Menschen stellt sich die Frage: Was jetzt?
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Die Menschen, die bislang in den Ortsteilen den Bus genutzt haben, stehen vor einem großen Problem. Carmen Gros arbeitet im 15 Kilometer entfernten Ingolstadt. Bisher nutzte sie den Bus. Nun hat sie ihr Deutschlandticket gekündigt und fährt mit dem Auto. "Politisch ist das so eigentlich nicht gewollt, und wenn wir ans Klima denken, ist es auch nicht der richtige Weg", meint sie. Immerhin: Sie hat eine Option.
Anders ist es bei Anne Marie Hunyadi. Sie hat keinen Führerschein und arbeitet als Reinigungskraft in Ingolstadt. Bisher hat sie den Bus genutzt. Jetzt ist sie verzweifelt. Es gibt zwar einen Rufbus, der als Erfolgsmodell gilt, aber: "Wenn ich einen Tag vorher buche, ist der ausgebucht", erzählt sie.
Der nächste Anschluss an eine Buslinie ist drei Kilometer entfernt. Eine schmale, hügelige Straße ohne Fuß- oder Radweg führt dorthin. Im Sommer ist es heiß, im Winter liegt dort möglicherweise Schnee - für die 80-jährige Therese Finnie keine Option. "Das schaffe ich nicht", meint sie. Die Menschen fühlen sich vergessen.
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Einerseits sind es nur wenige Menschen, die in den kleinen Ortschaften den Bus nutzen. Auf der anderen Seite stehen hohe Kosten für die Kommunen. Aus dem Landratsamt in Eichstätt heißt es: "Angespannte Haushalte und steigende Kosten beim ÖPNV stellen für die Kommunen in Bezug auf die Finanzierung des ÖPNV große Herausforderungen dar." Die geringen Fahrgastzahlen seien mit ausschlaggebend gewesen. Sparpotenzial für die Verantwortlichen, den Landkreis Eichstätt und die Stadt Ingolstadt: 373.000 Euro.
Und das ist kein Einzelfall. Im Oberallgäu haben die Pendler für eine Buslinie in Oy-Mittelberg gekämpft, so dass nun der Busverkehr auf der Linie 63 Kempten-Nesselwang als Notmaßnahme in reduzierter Form für ein Jahr fortgeführt wird. Danach werde über die Zukunft der Linie entschieden, so das Landratsamt Oberallgäu. Doch es geht auch anders, meint Matthias Kurzeck, Bundesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).
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In Bayern zählt der ÖPNV zu den freiwilligen Leistungen der Kommunen. In anderen Bundesländern ist es anders.
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