„Wurde ihm geschenkt“ ++ „Peinlich“ - Fahrer schießen heftig gegen deutschen Weltmeister
Das Formel-E-Finale wird zum absoluten Zoff-Rennen. Nachdem Jaguar-Pilot Antonio Felix da Costa den deutschen Porsche-Fahrer Pascal Wehrlein beim letzten Saisonrennen in London mehrmals blockiert hatte, um seinem Teamkollegen Mitch Evans einen Vorteil zu verschaffen, polterte Wehrlein trotz WM-Titel: „Das war eines der unfairsten Dinge, die ich in meiner Karriere erlebt habe, wie er gefahren ist. Aber ich merke mir so was.“
Doch Jaguar ist sich keiner Schuld bewusst. Es sei eine Teamstrategie gewesen, heißt es auf der Pressekonferenz nach dem Rennen. „Wir haben heute hartes, aber faires Racing gesehen“, sagt Teamchef Ian James. Und Jaguar schießt zurück. Porsche habe am Wochenende selbst Wehrlein-Kollege Nico Müller strategisch eingesetzt.
Mitch Evans sagt gegenüber Motorsport-Magazin.com: „Es gab ziemlich viel Moving under Braking [Deutsch: Spurwechsel während des Bremsvorgangs, d. Red.] und da wurde nichts gegen getan.“ Und weiter: „Einige dieser Dinge wären in anderen Rennen klare Strafen gewesen, aber an diesem Wochenende wurden sie aus irgendeinem Grund ignoriert.“ Beim Qualifying habe sogar Dan Ticktum (Cupra Kiro) im Kundenporsche Wehrlein den Weg zur Pole-Position geebnet. „Dein Kundenteam im Qualifying zu benutzen, ist nicht toll.“ Evans giftet: „Im Endeffekt wurde es Pascal in gewisser Weise geschenkt.“
Und auch von Wehrleins größtem WM-Konkurrenten Jake Dennis gibt es scharfe Kritik. Grund: Nur wenige Runden vor Schluss dreht Wehrlein Envision-Fahrer Joel Eriksson, Jake Dennis, Wehrleins direkter WM-Konkurrent und Vizemeister von Andretti ist davon auch betroffen. Wehrlein bekommt eine 5-Sekunden-Zeitstrafe. Dennis äußert sich bei der Pressekonferenz ziemlich angefressen. Der Brite: „Er hat mich aus dem Rennen genommen, so einfach ist es.“ Und weiter: „Es ist peinlich, was wir heute von Pascal und Porsche gesehen haben.“ Er ätzt: „Ich war in der Position, ihn zu schlagen und dann rammt er mich in die Mauer.“
Am Schluss reicht ein Platz 14 beim Sonntagsrennen in London für Wehrlein für den WM-Titel. Doch die Stimmung im Fahrerlager ist spürbar geladen.
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