Warten auf Havannas Fall: USA verdrängen Firmen aus Kuba, Trump und Co loten Übernahmen aus
Wegen der radikalen Blockade Kubas positionieren sich US-Firmen, um verdrängte internationale Unternehmen nach einem Fall des Regimes zu ersetzen. Zugleich hängen Tausende Schiffscontainer voller Hilfsgüter und Waren fest. Die UN warnen eindringlich vor einem "stillen Gaza".
Ginge es nach US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio, würde die kubanische Regierung aufgeben, abtreten und Havanna künftig nach der Donroe-Doktrin des Weißen Hauses tanzen. Anfang des Jahres behauptete Trump, der karibische Inselstaat vor der Küste Floridas werde bald ruiniert sein. "Es wird einfach zusammenbrechen", zeigte sich der Präsident von seinem Kurs überzeugt. US-Spezialkräfte hatten gerade den Kopf des für Kuba so wichtigen Verbündeten Venezuela, Nicolás Maduro, aus Caracas entführt und ins Gefängnis in Brooklyn geworfen. Washington verhängte eine Ölblockade gegen Havanna, und seitdem zu den seit Jahrzehnten existierenden Sanktionen mehrmals weitere Strafmaßnahmen.
Internationale Unternehmen sind seither aus dem Land gedrängt worden oder haben sich zurückgezogen. Spanische und ein kanadischer Hotelbetreiber gaben mangels Touristen auf, Fluglinien strichen ihre Verbindungen, Rohstoffförderer stellten ihr Geschäft ein. Hinter den Kulissen wird Medienberichten zufolge darum gerungen, welche US-Unternehmen nach einem möglichen Fall der Regierung die Rohstoffe ausbeuten dürfen. Die Ölblockade werde von Firmen im nahen Bundesstaat Florida genutzt, um Geld zu verdienen. Lobbyfirmen versuchten, ihre Kunden für Geschäfte nach dem Fall zu positionieren. Im Zuge der kommunistischen Revolution vor Jahrzehnten enteignete Unternehmen warten darauf, dass über ihre Ansprüche vor US-Gerichten entschieden wird.
Am Donnerstag verhängte Rubio weitere Sanktionen gegen Kuba, gegen das Militär sowie staatliche Einrichtungen, die an Nickelproduktion beteiligt sind. Das kanadische Bergunternahmen Sherritt International, einer der wichtigsten Partner Havannas, hatte wegen Sanktionen bereits im Mai seine Nickel- und Kobaltförderung vorerst gestoppt. Solche in Kuba tätigen Unternehmen hatten dem Staat unter anderem Devisen verschafft, mit denen er wiederum nötige Importe bezahlen konnte. "Wir versuchen ihnen beizubringen, dass es keine Auswege gibt", hatte der US-Außenminister im August gesagt.
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