Streuobstwiesen: Alte Obstsorten in Brandenburg: Erhalt mit Hindernissen
Förderprogramme allein reichen nicht aus: Warum es mehr Engagement und neue Ideen braucht, um alte Obstsorten und Streuobstwiesen zu erhalten.
Sie heißen Landsberger Renette, Goldparmäne oder Kaiser Wilhelm und haben einst zu den verbreitetsten Apfelsorten Deutschlands gehört.
Viele dieser alten Sorten wachsen nur noch auf Streuobstwiesen und in Privatgärten.
Bestände verschwinden, weil Wiesen nicht mehr bewirtschaftet werden.
Gleichzeitig gibt es Bemühungen, die traditionelle Kulturlandschaft und ihre Sortenvielfalt zu erhalten.
Nach Einschätzung von Experten existieren in Brandenburg heute nur noch rund 1.000 Hektar Streuobstwiesen.
Der Rückgang sei ein Prozess, der sich durch das gesamte 20.
Jahrhundert ziehe und komplexe Ursachen habe, sagt Rico Hübner vom Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF), der eine Studie zu Streuobstwiesen in Brandenburg verfasst hat.
Flecken auf Äpfeln nicht erwünscht Die Umstrukturierung der Landwirtschaft, der Ausbau von Obstplantagen, die Klimakrise, aber auch das Verhalten von Konsumenten und Handel seien einige Gründe. „Es wird vor allem auf makellose Produkte gesetzt.
Da darf dann irgendwie kein brauner Fleck auf dem Apfel sein, keine Schramme“, so Hübner. „Streuobstwiesen bieten enorme Vorteile für die Biodiversität, den Klimaschutz und das Landschaftsbild“, sagt der Experte.
Auch das Brandenburger Landwirtschaftsministerium hebt ihre Bedeutung für den Artenschutz hervor.
Besonders wertvoll seien Bäume mit Höhlen und Totholz, erklärt Sprecher Sebastian Arnold.
Alte Bäume verschwinden, neue wachsen Es seien auch positive Entwicklungen zu beobachten, berichtet Oliver Exner vom Verein Äpfel & Konsorten: „Es gibt viele Neupflanzungen von Privatleuten oder Landwirten.“ Der Verein mit rund 120 Mitgliedern betreut nach eigenen Angaben etwa 32 Hektar Streuobstwiesen an 33 Standorten in Brandenburg.
Viele Flächen seien neu angelegt worden, andere seien alte Bestände, deren Pflege der Verein übernommen habe.
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