Brandherde kurz vor deutschen Häusern - Flammen nur noch 300 Meter entfernt!
Monschau (NRW) – Feuer unmittelbar vor der deutschen Grenze! In der Nacht zu Montag hat sich die Lage in Monschau wieder zugespitzt. Die Flammen sind bis auf 300 Meter an die ersten deutschen Häuser vorgerückt, teilte die Stadt Monschau in den frühen Morgenstunden auf BILD-Anfrage mit. „Dabei handelt es sich allerdings um kleinere Brandherde, nicht um die große Feuer-Front“, sagte ein Sprecher nach einer Lagebesprechung am Montagmorgen. Zuvor waren die betroffenen Häuser in den Ortsteilen Ruitzhof und Geisberg gegen 22 Uhr evakuiert worden.
Das Feuer befindet sich immer noch auf belgischer Seite, erklärte der Sprecher. Für die nächsten Stunden gehen die Einsatzkräfte nicht davon aus, dass die Flammen auf deutsches Gebiet überschlagen könnten. „Sollte es doch dazu kommen, ist die Feuerwehr darauf vorbereitet“, betonte der Sprecher im BILD-Gespräch. „Größere Einheiten stehen in den betroffenen Gebieten bereit und würden im Ernstfall sofort eingreifen.“ Aus Sicht des Kreisbrandmeisters sei man „sehr gut aufgestellt“, so der Sprecher.
Vorbeugend hatten die Einsatzkräfte in den vergangenen beiden Tagen die Wiesen rund um die betroffenen Häuser mit Wasser getränkt. So sollen die 17 Häuser in Ruitzhof und Geisberg gerettet werden. Dabei hängt die Gefahrenlage auch vom Wind ab. „Aktuell sind die Windverhältnisse günstig, aber es soll am Vormittag in Richtung Westen auffrischen“, sagte der Stadtsprecher.
Vom Feuer betroffen sind rund 30 Bewohner, die die Nacht nicht zu Hause verbracht hatten. Eine Person war laut Angaben der Stadt in der Not-Unterkunft in einer Schule untergebracht. Alle anderen kamen bei Freunden oder Verwandten unter, hieß es.
In der Nacht rauschten im Minutentakt Transporter mit Wassertanks durch Kalterherberg, das zu Monschau gehört, ins Einsatzgebiet. Auf der nächsten Anhöhe war Feuerschein zu sehen. Nicht nur die Wiesen wurden gewässert, sondern auch große Wassertanks für die Löschfahrzeuge ständig aufgefüllt. Einige Menschen applaudierten den vorbeifahrenden Einsatzfahrzeugen.
Der Kampf gegen die Flammenfront im Naturschutzgebiet Hohes Venn bereitet den Einsatzkräften weiter große Mühe. Besonders zu schaffen mache ihnen der vergleichsweise starke und ständig drehende Wind, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin dem Sender RTL am Sonntagabend.
Auf rund 3.000 Hektar Fläche lodert jenseits der Grenze der größte Waldbrand in der Geschichte Belgiens. Am Sonntag kamen auch deutsche Einsatzkräfte aus der Region Aachen zu Hilfe, die ins belgische Küchelscheid ausrückten, einem Nachbarort von Monschau. Auch andere europäische Länder helfen.
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