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Konrad Weise wird 75 - Erst Nationalspieler, dann Profi-Debüt

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Konrad Weise wird 75 - Erst Nationalspieler, dann Profi-Debüt

Zuverlässig, loyal: Konrad Weise. Während andere Schlagzeilen produzierten, machte Weise stets seinen Job. Hart im Zweikampf, diszipliniert in der Abwehr und mit einem bemerkenswerten Karriereweg: Erst Nationalspieler, dann Oberligaspieler. Eine Fußballgeschichte, wie sie nur die DDR schreiben konnte. Am Montag (17.8.) wird „Konni“ 75 Jahre alt.

Der frühere DDR-Nationalspieler aus Jena war früh der Mann für die großen Überraschungen. Als der Greizer am 26. Juli 1970 gegen den Irak sein erstes Länderspiel für die DDR bestritt, hatte er noch kein einziges Oberliga-Spiel für den FC Carl Zeiss Jena absolviert. Ein Nationalspieler ohne Erstliga-Einsatz? Im heutigen Fußball kaum vorstellbar.

Doch Weise galt schon als eines der größten Talente des Landes, hatte sich in den DDR-Nachwuchsauswahlen festgespielt und überzeugte so sehr, dass er von Nationaltrainer Georg Buschner direkt in die A-Nationalmannschaft berufen wurde. Erst Wochen später, am 12. September 1970, folgte sein Debüt in der DDR-Oberliga für Carl Zeiss Jena. Trainer dort: Georg Buschner.

Aus dem Jungen aus Greiz wurde eine der größten Legenden des Thüringer Fußballs. 16 Jahre lang hielt Weise dem FC Carl Zeiss Jena die Treue, absolvierte mehr als 300 Oberliga-Spiele und entwickelte sich vom talentierten Mittelfeldspieler zum kompromisslosen Abwehrchef. Mit Jena gewann er dreimal den FDGB-Pokal und gehörte zu jener goldenen Generation, die den Klub national und international bekannt machte.

Der Höhepunkt war die Saison 1980/81, als er mit seinem FCC erst den AS Rom, dann Valencia, Newport County und Benfica Lissabon ausschaltete. Das Europapokal-Finale gegen Dynamo Tiflis verlor Jena dann aber.

Auch in der Nationalelf war auf ihn Verlass. 86 Länderspiele bestritt Weise für die DDR, kämpfte sich vom Debütanten ohne Oberliga-Erfahrung zum unverzichtbaren Stammspieler. Sein Name ist untrennbar mit der Weltmeisterschaft 1974 verbunden, bei der er zum DDR-Aufgebot gehörte. Beim Sieg gegen Westdeutschland hielt er den BRD-Bomber Gerd Müller in Schach. Nur zwei Jahre später folgte der größte Triumph seiner Karriere: Olympiagold in Montreal. Bereits 1972 hatte er in München Bronze gewonnen, 1976 stand er ganz oben auf dem Treppchen.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb Weise dem Fußball treu. Beim FC Carl Zeiss Jena arbeitete er zunächst im Nachwuchsbereich, wurde später Co-Trainer von Klaus Schlappner, Reiner Hollmann oder Hans Meyer in der 2. Bundesliga. Es folgten noch Stationen beim FSV Zwickau , beim 1. FC Gera 03 sowie Funktionen im Frauenfußball in Jena. Jetzt ist er Rentner – und hat ordentlich zu feiern.

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