Nach Angriffen: Saudi-Arabien schaltet wichtige Pipeline ab
Nach Drohnenangriffen hat Saudi-Arabien den Betrieb einer wichtigen Ölpipeline eingestellt. Die Pipeline hatte seit Beginn des Iran-Kriegs an Bedeutung gewonnen.
Saudi-Arabien hat die wichtige Ost-West-Pipeline nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina vorsorglich abgeschaltet. Das teilte die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium mit. Das saudische Außenministerium teilte auf der Plattform X mit, bei dem Drohnenangriff, der aus dem Irak gestartet worden sei, seien mehrere Menschen verletzt worden.
Seit Beginn des Iran-Kriegs hat Riad die Nutzung der Pipeline ausgeweitet, um die Blockade der Straße von Hormus durch Iran zu umgehen. Wer hinter dem Angriff steckt, teilte das Ministerium jedoch nicht mit. Im Irak operieren aber einige von Iran unterstützte Milizen. Die mehr als 1.200 Kilometer lange Pipeline war Berichten zufolge bereits Ende Juli von Verbündeten Irans von Irak aus attackiert worden.
Saudi-Arabien werde nicht auf den Angriff reagieren, um es der irakischen Regierung zu ermöglichen, "die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen", hieß es in der Mitteilung, die von der staatlichen Nachrichtenagentur SPA verbreitet wurde. Die Regierung Iraks verurteilte den Angriff und ordnete eine Untersuchung an.
Laut Saudi-Arabiens Außenministerium wurden bei dem Angriff auch Sachschäden registriert. Der Angriff werde auf das Schärfste verurteilt. Das Energieministerium teilte weiter mit, es seien die notwendigen Maßnahmen getroffen worden, um die Pipeline zu sichern.
Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Angaben von US-Regierungsbeamten ebenfalls, dass die Pipeline durch Drohnen angegriffen worden sei, die aus dem Irak gestartet sein sollen. Das für die Region zuständige US-Kommando Centcom lehnte auf Anfrage einen Kommentar zu dem Bericht ab.
Die Pipeline hat seit Beginn des Iran-Kriegs eine noch größere Bedeutung bekommen. Saudi-Arabien leitet durch sie Öl um, das eigentlich für darauf wartende Öltanker im Persischen Golf bestimmt gewesen wäre. Seit Beginn der Attacken der USA und Israels Ende Februar auf Iran sowie Gegenangriffen ist die Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus faktisch blockiert.
Nach einer ersten Analyse seien Pumpstationen getroffen worden, die sich neben der Pipeline befinden, berichtete CNN weiter. Satellitenbilder sollen laut CNN zeigen, dass es zu Bränden gekommen sein könnte. Ob die Pipeline beschädigt wurde, sei unklar.
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