Rund 1.300 Fälle: Arzt wegen falscher Impfbescheinigungen angeklagt
Im großen Stil soll ein Arzt Kindern Impfungen bescheinigt haben, die diese gar nicht bekommen haben.
Das hat nicht nur für ihn Folgen.
Wegen falscher Impfbescheinigungen hat die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg einen Arzt aus Niederbayern angeklagt.
Der Allgemeinmediziner habe in rund 1.300 Fällen seinen in der Regel minderjährigen Patientinnen und Patienten Maser-Mumps-Röteln-Impfungen im Impfpass bescheinigt, obwohl diese nicht geimpft gewesen seien, teilte die Anklagebehörde mit.
Außerdem soll er die Schein-Impfungen bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Bayern abgerechnet und diese dadurch um mehr als 21.000 Euro betrogen haben.
Der Verdächtige hat laut der für Betrug und Korruption im Gesundheitswesen zuständigen Generalstaatsanwaltschaft in Nürnberg ein umfassendes Geständnis zu den Vorwürfen zwischen Juli 2022 und Juni 2025 abgelegt.
Seit Juli 2025 saß er demnach in Untersuchungshaft.
Der Haftbefehl sei aber im vergangenen Oktober gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden, heißt es von der Generalstaatsanwaltschaft.
Seit Juni 2025 bestehe für den Mediziner ein vorläufiges Berufsverbot.
Das Landgericht Nürnberg muss nun entscheiden, ob es zu einem Prozess kommt.
Ermittlungen auch gegen die Eltern In Bayern müssen Kinder ab einem Jahr, die eine Kita oder Schule besuchen, gegen Masern geimpft sein – sofern kein medizinischer Grund für eine Ausnahme besteht.
Die Impfpflicht gilt laut dem Gesundheitsministerium seit dem 1.
März 2020.
Die Generalstaatsanwaltschaft hat deshalb nach eigenen Angaben mehr als 100 Ermittlungsverfahren gegen die Erziehungsberechtigten der jungen Patientinnen und Patienten eingeleitet.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.