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Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System - Haben Sie auch „Essens-Jetlag“ vom Sonntagsbrunch?

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Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System - Haben Sie auch „Essens-Jetlag“ vom Sonntagsbrunch?

Unter der Woche frühstücken wir um 7 Uhr, am Wochenende erst um 10. Auch Mittag- und Abendessen verschieben sich. Genau dieses Durcheinander haben Forscher jetzt untersucht. Das Ergebnis: Wer seine Essenszeiten zwischen Arbeitstagen und Wochenende stark verschiebt, könnte damit seinem Herz-Kreislauf-System schaden. Die Forscher nennen das Phänomen „Eating Jetlag“ – Essens-Jetlag.

Beim „Social Jetlag“ unterscheiden sich unsere Schlafzeiten an Arbeitstagen und freien Tagen stark. Der „ Essen s-Jetlag“ beschreibt etwas Ähnliches – nur beim Essen. Das Forscherteam unter Federführung von Ernährungswissenschaftlern der Pariser Sorbonne berechnete für seine Studie den zeitlichen Mittelpunkt der täglichen Mahlzeiten.

Ein Beispiel: Wer unter der Woche zwischen 7 und 20 Uhr isst, hat seinen Essensmittelpunkt ungefähr um 13.30 Uhr. Am Wochenende beginnt der erste Snack oder die erste Mahlzeit dagegen erst um 10 Uhr, und die letzte Kalorienaufnahme erfolgt um 23 Uhr. Dann verschiebt sich der Mittelpunkt auf etwa 16.30 Uhr. Die innere Uhr bekommt damit am Wochenende einen anderen Essensrhythmus als unter der Woche.

Die Wissenschaftler werteten Daten von 104.806 Erwachsenen aus einer großen französischen Langzeitstudie (NutriNet-Santé) aus. Die Teilnehmer notierten mehrfach, was sie aßen – und vor allem wann. So konnten die Essenszeiten an Werktagen und Wochenendtagen miteinander verglichen werden. Dann prüften die Forscher, ob ein starker „Essens-Jetlag“ später zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führte.

Denn regelmäßige Essenszeiten helfen dem Körper , seine Stoffwechselprozesse an den Tagesrhythmus anzupassen. Werktags läuft das Leben für viele Menschen nach einem festen Schema: Wecker, Arbeit, Mittagspause, Feierabend. Am Wochenende fällt dieser Zeitplan häufig weg. Man schläft länger, frühstückt später und verschiebt auch die Mahlzeiten. Und das könnte den natürlichen 24-Stunden-Takt unseres Körpers (zirkadianer Rhythmus), unsere innere, biologische Uhr, durcheinanderbringen.

Die Forscher berücksichtigten bei ihren Berechnungen zahlreiche weitere Faktoren, die das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen können. Dazu gehörten unter anderem die Ernährungsqualität, körperliche Aktivität, BMI, Rauchen, Alkohol, Energieaufnahme und Schlaf. Auch die Schlafenszeit, die gesamte Schlafdauer und der Social Jetlag wurden einbezogen. Vor allem bei Männern blieb der Zusammenhang zwischen „Essens-Jetlag“ und Herz-Risiko bestehen.

Nein! Die Studie beweist nicht, dass ein später Sonntagsbrunch einen Herzinfarkt verursacht. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Auch wenn ein Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Essenszeiten und späteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt wurde: Ob die verschobenen Essenszeiten wirklich die Ursache sind, ist damit noch nicht bewiesen. Außerdem gibt es eine weitere wichtige Einschränkung: Die Forscher konnten nicht für jeden Teilnehmer individuell feststellen, ob er tatsächlich am Wochenende freihatte oder arbeitete. Sie setzten Montag bis Freitag als Arbeitstage und Samstag und Sonntag als freie Tage voraus.

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