Regenwasser clever nutzen - So wird Ihr Garten zum Wasserspeicher
Trockenperioden, Starkregen und immer längere Hitzephasen setzen Gärten zunehmend unter Druck. Das Konzept des Schwammgartens soll helfen, Regenwasser auf dem eigenen Grundstück zu speichern und Pflanzen auch in trockenen Zeiten besser zu versorgen.
Der Schwammgarten beruht auf dem Prinzip der Schwammstadt, berichtet myHOMEBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer). Regenwasser soll nicht möglichst schnell in die Kanalisation abfließen, sondern im Boden gespeichert werden. Landschaftsarchitekt Jens Maute sieht darin eine einfache Antwort auf die Folgen der Klimakrise. Statt teurer Technik nutzt das Konzept Geländeformen, Boden und Pflanzen. So wird Wasser aufgenommen, gespeichert und später wieder abgegeben.
Die einfachste Maßnahme ist eine flache Mulde an einer Stelle, an der sich Regenwasser ohnehin sammelt. Sie sollte mindestens drei Meter vom Haus entfernt liegen. Das Wasser versickert dort langsam im Boden. Wer die Fläche bepflanzt, kann auf robuste Arten wie Blutweiderich, Sumpfdotterblume oder Sumpf-Schwertlilien setzen. Auch Rhabarber, Mangold oder Topinambur eignen sich für solche Versickerungsbereiche.
Eine Weiterentwicklung sind Höhenliniengräben. Sie folgen dem Gelände und bremsen den Wasserfluss, sodass Regen nicht ungenutzt abläuft oder Erde wegspült. Mehrere Mulden und Gräben können verbunden werden, damit überschüssiges Wasser kontrolliert weitergeleitet wird. Oft wird der Aushub direkt daneben zu einem Hügel aufgeschüttet. So entstehen trockene und feuchtere Bereiche, die unterschiedlich bepflanzt werden können.
Für viele Schwammgarten-Elemente reicht bereits eine Schaufel. Wichtig ist der Boden: Humus verbessert die Wasserspeicherung und macht Feuchtigkeit für Pflanzen verfügbar. Ergänzend kann ein Regensammler am Fallrohr installiert werden. Wer mehr Wasser speichern möchte, greift zu einem IBC‑Container. Eine Zisterne ist zwar möglich, verursacht aber deutlich höhere Kosten und lohnt sich oft eher bei Neubauten.
Auch kleine Gärten lassen sich in Schwammgärten verwandeln. Ein mit Kies oder Sand gefülltes Sickerloch benötigt wenig Platz und leitet Regenwasser in tiefere Bodenschichten. Genau darin liegt die Idee des Schwammgartens: Wasser dort zu halten, wo es fällt.
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