Streit mit Verband: Eisschnellläufer unterschreiben Vereinbarung unter Protest
Die Erfurter Eisschnellläufer unterzeichnen eine Athletenvereinbarung der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft doch.
Allerdings unter Protest und mit massiver Kritik an dem Verband.
Im Zwist um die Zukunft des Eisschnelllauf -Bundesstützpunkts in Erfurt haben die in Thüringen trainierenden Sportlerinnen und Sportler eine Athletenvereinbarung der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) unter Protest unterschrieben.
Das gaben die Athletinnen und Athleten aus Erfurt in einer gemeinsamen Stellungnahme bekannt.
Die Unterzeichnung stelle „weder eine Zustimmung zum Vorgehen der DESG -Verantwortlichen in den vergangenen Monaten noch ein Fallenlassen der von uns vorgebrachten Einwände gegen Passagen in der Vereinbarung dar“, hieß es.
Das Vertrauen in das von Matthias Große geführte DESG-Präsidium bleibe „erheblich beschädigt“.
Die Unterzeichnung der neuen Athletenvereinbarung erfolge aufgrund „des erheblichen Drucks, der über Monate hinweg auf uns betroffene Athletinnen und Athleten ausgeübt und teilweise als psychische Gewalt wahrgenommen wurde“, teilten die Sportlerinnen und Sportler mit. „Sie erfolgt zur Abwendung weiterer sportlicher Nachteile, die uns in der vergangenen Woche erneut seitens des Verbandes vor Augen geführt wurden.“ Konzentration der Bundeskader geplant Hintergrund des monatelangen Streits ist eine geplante Strukturreform im Eisschnelllauf.
Diese sieht eine Konzentration der Bundeskader auf die Standorte Inzell und Berlin vor.
Die beiden anderen Bundesstützpunkte in Erfurt und auch Chemnitz sollen nach Beschluss des DESG-Präsidiums „insbesondere im Nachwuchsbereich eine zentrale Rolle übernehmen“.
Man unterzeichne die Athletenvereinbarung in der „begründeten Annahme, dass der Bundesstützpunkt Erfurt weiterhin Athletinnen und Athleten vom Nachwuchs- bis in den Spitzenbereich betreuen kann“, hieß es nun von den Erfurter Sportlerinnen und Sportlern.
Durch den Deutschen Olympischen Sportbund sei bestätigt worden, „dass der Standort die hierfür erforderlichen Voraussetzungen erfüllt“.
Die Strukturreform sollte mit der Unterschrift unter eine im deutschen Sport obligatorischen Athletenvereinbarung mit den nationalen Verbänden von den Sportlern besiegelt werden.
Die Erfurter unterzeichneten die Vereinbarung jedoch nur unter Forderungen, die in einer Zusatzvereinbarung (Side Letter) festgehalten worden sind.
Die DESG-Führung erkannte diese jedoch nicht an.
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