Kriminalität: Brandanschläge auf Münchner Rüstungsunternehmen
Nach einer Brandattacke auf eine Münchner Baustelle geht Bayerns Innenminister Herrmann von einem Anschlag mit politischem Hintergrund aus - und sieht ein größer werdendes Risiko.
Nach einer Attacke auf eine Baustelle in der Nähe des Münchner Ostbahnhofs und von Gebäuden mehrerer Rüstungsunternehmen spricht Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) von „Brandanschlägen“.
Das Ziel seien „Gebäude oder Baustellen“ gewesen, „die unmittelbar Rüstungs- und Sicherheitsfirmen in München zuzurechnen sind“, sagte er.
Es sei von einem „politischen Hintergrund dieser Straftaten“ auszugehen.
Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET), die bei der Generalstaatsanwaltschaft München angesiedelt ist, hat die Ermittlungen übernommen.
Innenminister sieht „ein verstärktes Risiko von Anschlägen“ „Insgesamt zeigt dieses Ereignis, dass wir, wie schon an anderen Orten in Deutschland in den letzten Tagen, nun ein verstärktes Risiko von Anschlägen haben auf unsere eigene Infrastruktur, aber eben auch ganz offensichtlich im Zusammenhang mit Rüstungsunternehmen in unserem Land.
All das im Kontext der insgesamt verschärften Sicherheitslage und der internationalen Auseinandersetzungen“, sagte Herrmann . „Es geht nicht um Bedrohung der Bürgerinnen und Bürger in der Gesamtheit an jedem beliebigen Ort“, betonte er. „Was wir feststellen, sind versuchte oder tatsächliche Anschläge wie auf dem Flughafen in Leipzig , die Umspannwerke der Elektrizitätsversorgung in den letzten Tagen und jetzt ganz konkret im Zusammenhang mit Firmen, die im Rüstungs- und Sicherheitsbereich aktiv sind.“ Das alles sei „nichts völlig Neues, sondern entspricht auch Befürchtungen und Erwartungen“ der vergangenen Wochen und Monate. „Diese Risiken müssen wir sehr ernst nehmen und darauf gefasst sein, dass sich so etwas jeden Tag an irgendeinem anderen Ort in Deutschland ebenso ereignen kann.“ Im „Bayern2“- Interview forderte Herrmann, die Sicherheitskräfte eventuell weiter aufzustocken: „Wir haben die Abwehrmaßnahmen verstärkt.
Das gilt sowohl gegen Cyberangriffe als auch gegen Drohnenangriffe.“ Auch die Präsenz von Sicherheitskräften müsse verstärkt werden.
Das erfordere wahrscheinlich weitere Entscheidungen auch hinsichtlich „des Umfangs unserer Polizei und deren Ausstattung“.
Zwei Bulgaren waren festgenommen worden, nachdem in der Nacht Brandsätze auf eine Baustelle geworfen worden waren, die sich nicht nur nahe dem Ostbahnhof befindet, sondern auch in unmittelbarer Nähe zum Drohnenunternehmen Helsing.
Die Firma äußerte sich auf Anfrage nicht.
Auch die Zentrale des Konzerns Rhode & Schwarz, der im Bereich Drohnenabwehr aktiv ist, ist dort angesiedelt. „Unser Betriebsgelände selbst ist nicht betroffen“, hieß es von dem Unternehmen.
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