In den Dolomiten - Alpen-Irrsinn! Hier stehen Touris zum Wandern Schlange
Wer die berühmten Drei Zinnen sehen will, braucht in diesem Sommer vor allem eins: Geduld. Ein Video zeigt jetzt das Ausmaß des Besucher-Ansturms in den Dolomiten. Hunderte Meter lang stehen Urlauber an einer Bushaltestelle Schlange. Die Bilder sorgen in Italien für Diskussionen über Massentourismus in den Bergen.
Schon seit Jahren ächzt die Region unter dem Ansturm. Vergangenes Jahr installierten wütende Bauern sogar Drehkreuze an ihren Weiden und kassierten fünf Euro Eintritt von Wanderern.
Jetzt sorgen neue Videos aus Misurina für Aufsehen. Darauf zu sehen: Menschenmassen, die auf einen Shuttlebus Richtung Drei Zinnen warten. Die weltberühmte Felsformation gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Alpen . Die berühmte Rundwanderung startet an der Auronzo-Hütte – und genau dorthin wollen die meisten Besucher.
Ein Grund für die langen Schlangen: Seit diesem Jahr dürfen täglich nur noch 800 Autos über die Mautstraße zur Hütte fahren. Wer einen der Plätze ergattern will, muss früh reservieren und rund 40 Euro bezahlen. Für viele Besucher bleibt deshalb nur der Shuttle.
In der Hochsaison werden laut dem Portal „dolomiti.it“ bis zu 14.000 Besucher täglich rund um die Drei Zinnen erwartet. Für die Gemeinde Auronzo di Cadore ist das eine enorme Belastung. Weitere Einschränkungen werden bereits diskutiert.
Besonders Tagesgäste stehen in der Kritik. Einheimische werfen ihnen vor, vor allem wegen spektakulärer Fotos in die Berge zu kommen. Alberto Gris vom Alpenverein CAI in Belluno beklagt, dass viele Besucher nur noch für Bilder in sozialen Netzwerken anreisen.
Auch auf beliebten Fernwanderwegen wächst der Frust. Reiseveranstalter buchen früh viele Betten in den Hütten auf einmal. Für spontane Wanderer bleiben oft keine Schlafplätze übrig. Gleichzeitig häufen sich Berichte über Müll, beschädigte Schutzhütten und rücksichtlose Besucher. Manche Notunterkünfte könnten deshalb künftig sogar abgebaut werden.
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