Laut Studie - Schwarzer Hautkrebs verändert gesunde Hautzellen
Bei schwarzem Hautkrebs verändert der Tumor offenbar gezielt seine Umgebung – zu seinem eigenen Vorteil. Neue Forschungsergebnisse zeigen: Die Krebszellen bringen benachbarte Hautzellen dazu, weniger von einem wichtigen Abwehrmolekül zu produzieren. Das könnte dem Tumor beim Wachstum helfen.
LL-37 heißt dieses Molekül. Es wird unter anderem von Keratinozyten gebildet, den häufigsten Zellen der Oberhaut . Bekannt ist LL-37 vor allem als Teil der natürlichen Abwehr gegen Bakterien und andere Krankheitserreger. Forscher untersuchten nun, welche Rolle es beim schwarzen Hautkrebs spielt.
Die Wissenschaftler der Juntendo University Graduate School of Medicine in Tokio (Japan) fanden in ihrer Studie Hinweise darauf, dass Melanomzellen winzige Bläschen, sogenannte Exosomen, an benachbarte Hautzellen senden. Diese transportieren unter anderem die Mikro-RNA „miR-221-5p“. In Laborversuchen führte das dazu, dass die Hautzellen weniger LL-37 produzierten.
Auch in Gewebeproben zeigte sich ein ähnliches Bild: Direkt neben dem Tumor fanden die Forscher weniger LL-37 als in weiter entfernten Hautbereichen. Das spricht dafür, dass Krebszellen ihre unmittelbare Umgebung beeinflussen könnten.
Die Studie zeigte außerdem, dass LL-37 nicht immer gleich wirkt. In sehr geringen Mengen kann das Molekül das Tumorwachstum sogar fördern. Erst in mittleren bis hohen Konzentrationen hemmte es im Labor die Vermehrung von Melanomzellen, erschwerte deren Ausbreitung und verringerte das Eindringen in umliegendes Gewebe.
Auch bei ergänzenden Tests mit Mäusen spielte das Molekül eine wichtige Rolle. Fehlte das Maus-Pendant zu LL-37, wuchsen größere Tumoren. Wurde es den Tieren verabreicht, verlangsamte sich das Tumorwachstum. Zudem fanden die Forscher mit LL-37 mehr Immunzellen, die an der Krebsabwehr beteiligt sind.
Die Ergebnisse beruhen auf Gewebeproben von lediglich vier Patienten, die alle der Han-chinesischen Bevölkerungsgruppe angehörten. Zudem ist unklar, ob Exosomen im Blut von Patienten dieselbe Wirkung haben wie in den Laborversuchen. Auch ist noch nicht vollständig geklärt, worauf miR-221-5p in den Zellen genau wirkt. Die Autoren gaben keine Interessenkonflikte an.
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