Viel Geld für heiße Luft oder berechtigter Aufpreis?
Airfryer stehen inzwischen in vielen deutschen Küchen – und längst haben Lebensmittelhersteller darauf reagiert. Im Tiefkühlregal finden sich Pommes, Pizza und andere Produkte, die ausdrücklich für die Heißluftfritteuse beworben werden. Das Versprechen: besonders knusprig, schnell fertig und optimal auf die Zubereitung im Airfryer abgestimmt. Dafür verlangen Hersteller und Handel häufig einen deutlichen Aufpreis. Doch was unterscheidet die Spezialprodukte eigentlich von den normalen Varianten?
Uwe Knop ist evidenzbasierter Ernährungswissenschaftler, der fundierte Orientierung für selbstbestimmte Ernährungsentscheidungen bietet. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle .
Der Unterschied fällt zunächst bei der Packungsgröße und beim Kilopreis auf. Klassische Tiefkühlpommes werden häufig in größeren Vorratspackungen angeboten und sind entsprechend günstig pro Kilogramm. Speziell als Airfryer-Pommes vermarktete Produkte kommen dagegen oft in kleineren Packungen und können pro Kilo deutlich mehr kosten. Ganz identisch sind die Produkte allerdings nicht. Bei klassischen Ofenpommes besteht die Rezeptur im Wesentlichen aus Kartoffeln und Pflanzenöl. Airfryer-Varianten können zusätzlich eine dünne Ummantelung enthalten, beispielsweise auf Basis von Stärke oder Mehl. Diese soll beim Garen mit heißer Luft für eine knusprigere Oberfläche und bessere Bräunung sorgen. Auch Schnitt und Ölanteil können sich unterscheiden. Besonders dünne Pommes werden schneller gar, eine spezielle Ummantelung kann die Knusprigkeit verbessern. Der technologische Unterschied ist also real. Allein aus der Zutatenliste lässt sich allerdings nicht ableiten, wie hoch die tatsächlichen Mehrkosten bei Herstellung, Verpackung und Vertrieb sind – und damit auch nicht, welcher Preisaufschlag wirtschaftlich gerechtfertigt wäre.
Nicht unbedingt. Viele klassische Tiefkühlprodukte lassen sich ebenfalls in einer Heißluftfritteuse zubereiten. Entscheidend ist deshalb ein Blick auf die Verpackung. Steht dort bereits eine Zubereitungsempfehlung für den Airfryer, ist das Spezialprodukt offensichtlich keine Voraussetzung für diese Garmethode. Das bedeutet nicht, dass beide Varianten zwangsläufig dasselbe Ergebnis liefern. Schnitt, Ummantelung oder Rezeptur können beispielsweise Garzeit und Knusprigkeit beeinflussen. Wer vor allem sparen möchte, kann aber zunächst ausprobieren, ob ihm die normale Variante im Airfryer bereits genügt.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Tiefkühlpizza . Klassische Pizzen sind meist deutlich größer als spezielle Airfryer-Pizzen oder -Snacks. Dadurch kann beim Blick auf den Packungspreis leicht übersehen werden, wie groß der Unterschied tatsächlich ist. Entscheidend ist deshalb der Grundpreis pro Kilogramm . Eine kleinere Airfryer-Pizza kann auf den ersten Blick günstig wirken, obwohl sie umgerechnet auf ein Kilogramm erheblich mehr kostet als eine größere Standardpizza.Auch hier gibt es allerdings echte Produktunterschiede. Teig und Größe können speziell darauf abgestimmt sein, dass die Pizza in den kleineren Garraum einer Heißluftfritteuse passt und dort schnell durchgart, ohne zu trocken zu werden.
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