„Wie in einem Backofen“: Sanitäter kämpfen sich durch Hitze
In Würzburg wird es an diesem Tag schon am Vormittag über 30 Grad heiß. Für die Rettungssanitäter Yannik Brunner und seinen Kollegen Leon Beck bedeutet das: Einsatzkleidung an und raus. Die Hitze macht nicht nur den Patienten zu schaffen, sondern auch den Helfern.
Ihr erster Einsatz führt die beiden zu einem Mann mit Herz-Kreislauf-Problemen. In seiner Wohnung hat sich die Hitze gestaut. „Draußen hat's 30 Grad und drinnen hat's 40 oder 45 Grad, das ist wie ein Backofen“, erzählt Yannik. Der Patient wird zur weiteren Behandlung in die Klinik gebracht.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den beiden nicht. Insgesamt fahren sie an diesem Tag sechsmal ins Krankenhaus. Zwischen den Einsätzen müssen sie sich immer wieder neu vorbereiten. Geregelte Pausen gibt es nicht. Getrunken und gegessen wird, wenn es die Zeit zulässt.
Nach mehreren Stunden Dauereinsatz spüren Yannik und Leon die Temperaturen selbst. Die Konzentration lasse früher nach, erzählt Yannik. Das Wasser laufe ihm den Rücken hinunter und stehe teilweise in den Schuhen. Besonders belastend wird es, wenn zusätzlich Infektionsschutzkleidung getragen werden muss.
Auch die Notaufnahmen bekommen die hohen Temperaturen zu spüren. Nach Angaben von Dr. Dirk Weismann von der Uniklinik Würzburg nehmen bei Hitze Komplikationen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen und anderen Volkskrankheiten zu. Das gesamte Gesundheitssystem gerate dadurch unter Stress.
Bei einem weiteren Einsatz bringen Yannik und Leon eine 90-jährige Frau mit starkem Unwohlsein in die Klinik. Die Hitze könnte ihren Zustand verschlechtert haben. Die Patientin bekam Flüssigkeit – danach ging es ihr besser. Für Leon ist die Belastung trotzdem Teil seines Berufs. Er schätzt die Abwechslung und die Möglichkeit, Menschen zu helfen.
Das Video stammt aus der Video-Reihe BR24 vor Ort des Bayerischen Rundfunk und wurde am 15.08.26 veröffentlicht. Mehr zum Thema gibt es bei BR24: Rettungskräfte im Hitzestress: „Wie im Backofen“
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