Schließungspläne: Pharma Deutschland: Standort Deutschland ist unter Druck
Pharma Deutschland warnt vor wachsender Abhängigkeit von China und USA – welche Folgen hat der GSK-Rückzug für den Pharmastandort Deutschland? Nach dem angekündigten Rückzug des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK) aus Dresden hat der Branchenverband angemahnt, die Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung und Produktion zu verbessern.
Der Pharmastandort Deutschland sei definitiv unter Druck, sagte die Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, Dorothee Brakmann.
Die Abhängigkeit von China, Indien und den USA wachse und Investitionen in den Standort Deutschland würden nach dem GKV-Stabilisierungsgesetz schwieriger.
Am Donnerstag hatte der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) mitgeteilt, seinen Standort in Dresden bis zum Sommer 2028 schließen zu wollen.
Grund sei die weltweit rückläufige Nachfrage sowie bestehende Überkapazitäten, hieß es.
Betroffen sind demnach alle rund 650 Mitarbeitende in Dresden.
Die Produktion von Grippeimpfstoffen soll künftig am kanadischen Standort Ste-Foy gebündelt werden.
Die Gewerkschaft IGBCE hatte entschiedenen Widerstand angekündigt.
Gewerkschaft verlangt Alternativen Laut IGBCE sind mit der geplanten Schließung inzwischen alleine in Sachsen 4.250 Arbeitsplätze in der Branche verloren gegangen.
Die Gewerkschaft forderte das Unternehmen auf, die Schließungspläne auszusetzen, die Entscheidungsgrundlagen offenzulegen und mit Betriebsrat und Gewerkschaft ernsthaft über Alternativen zu verhandeln.
Von Bund und Freistaat werde ein gemeinsamer Standortgipfel erwartet.
Generell sei die ostdeutsche Pharmabranche aber grundsätzlich gut aufgestellt.
Dass Produktionslinien an einem Standort konzentriert würden, geschehe in jeder globalen Industrie, betonte Brakmann.
So sei die Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg einer der größten Life-Science-Cluster Europas mit globalen Pharmakonzernen und mittelständischen Pharmaunternehmen.
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