90.000 Euro für die Mainz-Sensation - Ex-Dynamo glaubt an sein zweites Pokal-Wunder
Wenn Dynamo Dresden am Sonntag (15.30 Uhr) bei Westfalia Rhynern um den Einzug in die 2. DFB-Pokal-Runde kämpft, wird der eine oder andere SGD-Fan sicherlich parallel auch auf einen anderen Spielstand schielen. Denn Ex-Dynamo-Star Robert Koch (40) wird mit Fünftligist VfB Krieschow gegen Mainz 05 nicht nur das größte Spiel seiner Trainer-Karriere erleben. Sondern auch sein zweites Pokal-Wunder schaffen wollen...
Koch und die 1. Runde - das ist eines der verrücktesten Kapitel der DFB-Pokal-Geschichte. Dresden liegt 2011 nach 49 Minuten 0:3 gegen das Bundesliga-Spitzenteam aus Leverkusen zurück, bis das Stadion zu KOCHen beginnt.
Durch zwei Tore des Mittelfeldspielers stellt Dynamo kurz vor Ende auf 3:3. Beim 4:3-Siegtreffer von Alexander Schnetzler in der 117. Minute der Verlängerung rastet nicht nur die Arena aus, auch Reporter-Legende Gert Zimmermann (†69) brüllt dutzende Male nur noch „Tooor“ ins Mikro.
Jetzt träumt Koch von seinem zweiten Pokal-Wunder! Der Krieschow-Coach zu BILD: „Der Glaube versetzt Berge. Das sollte das Thema sein. Je mehr Details man anpackte in der Spielvorbereitung, umso größer wurde er bei mir auch. Kampflos werden wir das Spielfeld nicht betreten.“
Zumal das 500-Einwohner-Dorf über 90.000 Euro investiert hat, damit Mainz 05 direkt auf den heimischen Platz muss. Sonst hätte der Oberligist ins Stadion der Freundschaft nach Cottbus ausweichen müssen. „Das kann unsere Mini-Chance ein bisschen erhöhen“, meint Koch. „Ein Bundesliga-Profi spielt jede Woche im Stadion, wir auf dem Dorfplatz. Wir sind gewohnt, dass die Zuschauer näher dran sind und dich auch mal zutexten.“
Die Zahlen zur Sensations-Hilfe: Für die mobilen Zusatztribünen 40.000 Euro, die Verlegung der Strom- und Fernsehkabel 13.000 Euro, die Kameratürme 10.000 Euro, die Videowand 10.000 Euro, für den Sicherheitsdienst 24.000 Euro.
VfB-Vorstand Marcel Ohnrich: „Die Jungs haben jetzt ihre Kabine, kennen die Verhältnisse. Man würde lügen, wenn man sagt, dadurch rechnet man sich nichts aus.“ Für die Mainzer, so hoffen sie, ist die Partie beim Brandenburg-Pokalsieger vielleicht ein Kulturschock. Koch: „Das hat bisher kaum ein Erstliga-Profi erlebt. Wie sie mit ihrem 40-Mann-Tross in die Kabine passen wollen, wird interessant. Entweder sie sind dann sauer oder sie kotzen ab.“
Der Ex-Dynamo-Star hat auf jeden Fall alle Drähte bemüht, um sein Team akribisch einzustellen. „Ich hatte frühzeitig einen Ordner angelegt und habe meine Beziehungen genutzt. Über Marco Rose habe ich mir Daten, Videos und Infos von der Mainzer Generalprobe besorgt“, verrät er. Denn die 05er bestritten ihr letztes Testspiel ausgerechnet gegen Roses Premier-League-Klub AFC Bournemouth (2:1). Kochs Marschroute ist klar: „Wir werden tiefstehen und auf Umschaltmomente lauern.“ Bis vielleicht der eine oder andere Moment das kleinste Dorf in der Geschichte des DFB-Pokals zum KOCHen bringt...
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