Weinlese in Deutschland beginnt so früh wie nie zuvor
Nach heißem Sommer Weinlese beginnt so früh wie noch nie Stand: 28.08.2026 • 11:07 Uhr
Durch den heißen Sommer sind die Trauben in diesem Jahr besonders früh reif. Viele Winzer ziehen die Weinlese deshalb erneut vor. Einige kommen sogar früher aus dem Urlaub zurück.
Winzerinnen und Winzer in ganz Deutschland haben mit der Weinlese begonnen. Das bedeutet den frühesten Start der Traubenernte seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen.
"Das war in allen Weinanbaugebieten der früheste Lesestart überhaupt", sagte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI) im rheinhessischen Bodenheim. "Einige Winzer haben sogar ihren Urlaub dafür abgebrochen."
Der heiße Sommer hat dazu geführt, dass die Trauben in diesem Jahr besonders früh reif sind. Das DWI rechnet damit, dass die Traubenlese bereits im September abgeschlossen sein könnte.
Winzer erwarten trotz Hitze und Dürre einen guten Jahrgang Martin Rottach, SWR, tagesschau, Das Erste, 21.08.2026 • 20:00 Uhr Traditioneller Lesemonat war früher der September Der Start der Lese verschiebt sich seit Jahren nach vorne. Dieses Jahr beginne die Hauptlese aber noch einmal ein bis zwei Wochen früher, so Büscher. "Im Vergleich zu vor 30 oder 40 Jahren sind es sicherlich vier Wochen."
"Als ich 2010 mit meiner Ausbildung angefangen habe, war die Ernte immer Ende oder Mitte September, jetzt ist sie Mitte August", sagt der Winzer Simon Schreiber gegenüber dem Hessischen Rundfunk .
Begonnen wurde mit der Lese nicht nur für Federweißer und Sektgrundweine, die traditionell früh in der Saison geerntet werden. Auch erste Trauben für Spitzenweine seien bereits eingeholt worden, so Büscher. "Nächste Woche wird das dann im großen Stil starten."
Der heiße, trockene Sommer hat die Erträge bei vielen Landwirten einbrechen lassen. mehr
Der lange und heiße Sommer führt dabei nicht nur dazu, dass die Trauben besonders früh reif sind. Gleichzeitig steigt auch der Zuckergehalt in den Früchten. Für Winzer nicht unbedingt eine gute Nachricht. Das ergebe eher kräftige Weine, sagt Büscher.
"Der Trend geht genau in die andere Richtung." Gefragt seien eher leichte Weine mit geringerem Alkoholgehalt. Bei zu viel Hitze könne auch die Fruchtsäure abgebaut werden, die typisch für deutschen Wein sei.
Grundsätzlich geht der Deutsche Weinbauverband aber von einem guten Jahrgang aus. Präsident Klaus Schneider erwartet einen guten Jahrgang mit stabiler Säure aus.
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