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Ernährungssicherheit: Wie sinnvoll sind die Maßnahmen der Politik?

Tagesschau Inland ·
Ernährungssicherheit: Wie sinnvoll sind die Maßnahmen der Politik?

Ernährungssicherheit NABU-Studie zweifelt an Nutzen der EU-Agrarhilfen Stand: 20.08.2026 • 05:04 Uhr

Braucht es Agrarsubventionen, um die Lebensmittelversorgung in Europa zu sichern? Eine neue Studie des NABU stellt ein zentrales Argument von Bundeslandwirtschaftsminister Rainer infrage.

Ernährungssicherheit - mit diesem Schlagwort kämpft Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) in der EU und auch innerhalb der eigenen Regierung für mehr Geld für die Landwirte. Das EU-Agrarbudget wird derzeit im Rahmen der EU-Finanzplanung neu verhandelt.

Rainer argumentiert: Nur wenn die Landwirte genügend finanzielle Unterstützung bekommen, lässt sich sicherstellen, dass die Menschen in Deutschland und Europa auch weiterhin genug heimische Lebensmittel auf dem Tisch haben. Eine neue Studie, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt , stellt dieses Argument in Frage.

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Für die Landwirtschaft gibt die EU jedes Jahr rund 54 Milliarden Euro aus. Viel davon wird mit der Gießkanne verteilt, über sogenannte Direktzahlungen. Die Landwirte bekommen einen festen Betrag für jeden Hektar Land, den sie bewirtschaften. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat ausrechnen lassen, was passiert, wenn man die Agrarhilfen komplett oder teilweise abschafft. Die Studie arbeitet dafür mit dem anerkannten agrarökonomischen Simulationsmodell CAPRI.

Die Ergebnisse der Studie haben NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger überrascht, denn auf die Produktionsmengen hätten die EU-Agrarhilfen kaum eine Auswirkung. "Sie verpuffen wirkungslos", sagt Krüger.

Die Studie hat verschiedene Szenarien durchgerechnet. Was passiert, wenn die EU-Agrarhilfen komplett abgeschafft werden? Was, wenn die Direktzahlungen wegfallen, also deutlich weniger Geld verteilt wird? Das Ergebnis: In Deutschland und Europa würde etwas weniger produziert werden als bisher. Beim Getreide zum Beispiel ginge die Erntemenge je nach Szenario um 1,5 bis 2,8 Prozent zurück. Bei Fleisch gebe es ein Minus von 0,75 Prozent. Die Menge an Milch bliebe beinahe unverändert.

Ohne oder mit deutlich weniger Agrarzahlungen würde es sich auf einigen Standorten mit schlechter Bodenqualität nicht mehr lohnen, Getreide, Mais und Co. anzubauen. Vor allem zahlreiche Wiesen und Weiden würden die Bauern dann wahrscheinlich nicht mehr bewirtschaften, weil es sich für sie nicht mehr rechnet.

Dass trotzdem kaum weniger produziert werden würde, erklären die Studienautoren unter anderem damit, dass die Landwirtschaft insgesamt intensiver wirtschaften würde, es zum Beispiel weniger Bio-Anbau gebe. Für NABU-Chef Krüger zeigt die Studie "wie schlecht die Argumentation aus der Politik ist, dass die Agrar-Subventionen gebraucht werden, um unsere Ernährung abzusichern".

Agrarökonom Alfons Balmann vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien hat nicht an der Studie mitgewirkt. Er hält die Ergebnisse für "nicht unplausibel".

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