„Was für ein Idiot!“ - Zoff zwischen Wehrlein und Ex-Teamkollege eskaliert
Dieses Rennen hatte wirklich alles! Pascal Wehrlein (31) wird in London zum zweiten Mal Weltmeister. Doch der deutsche Porsche-Pilot erlebt ein kurioses zweites Formel-E-Rennen in London – und schießt danach heftig gegen seinen Ex-Teamkollegen Antonio Felix da Costa. Der Jaguar-Fahrer tut nämlich viel dafür, dass sein jetziger Teamkollege Mitch Evans, der vor dem Finale auch noch die Chance auf den Titel hat, an Pascal Wehrlein vorbeiziehen kann.
Das ist passiert: Zunächst fährt Wehrlein ein ganz souveränes Rennen. Doch dann wird es wild. Der Porsche-Star wird nach etwa 25 Runden von da Costa blockiert. So kommt Evans vorbei. Kurz später das gleiche Spiel, da Costa drängt Wehrlein ab, mehrere Fahrer schießen an ihm vorbei, er fällt weit zurück. Im Funk sagt er: „Schau ihn dir an. Will immer noch kämpfen. Was für ein Idiot. Ich habe ihn drei Jahre in Folge geschlagen.“
Wehrlein fährt letztlich auf Platz 14 ins Ziel. Sein größter Konkurrent Jake Dennis (Andretti) landet auf Platz 18, Mitch Evans auf Platz 4. Das reicht für Wehrleins Titel. Nach dem WM-Sieg jubelt er zwar – doch der Ärger über da Costa ist ihm ins Gesicht geschrieben. Er sagt: „Erst mal vielen Dank an mein ganzes Team. Was wir dieses Wochenende gemacht haben, war herausragend. Wir haben abgeliefert, als wir mussten. Wir haben dem Druck standgehalten. Ich habe das Gefühl, wir werden unter Druck immer besser.“
Doch dann legt er los: „Das war eines der unmöglichsten und unfairsten Dinge, die ich in meiner Karriere erlebt habe, wie er gefahren ist. Aber ich merke mir so was. Antonio hat 20 Runden versucht, mein Rennen zu ruinieren. Er hat mich ausgebremst, er hat immer wieder meine Bremsen getestet. Er wollte unbedingt verhindern, dass ich hier Weltmeister werde.“
Jaguar spricht später von Team-Strategie. Wehrlein sagt darauf angesprochen zu BILD: „Ich glaube, das, was heute passiert ist und wie weit mein ehemaliger Teamkollege es kommen lassen hat, war ziemlich extrem. Aber es spielt keine Rolle. Die Saison geht über 16 Rennen.“ Bis zur vergangenen Saison waren Wehrlein und da Costa Teamkollegen. Dass sie keine besten Freunde sind, daraus machten sie kein Geheimnis. Vor dem Saisonstart sagte Wehrlein zu BILD: „Unser Verhältnis war nicht immer gut. Ich denke aber, wir haben das am Schluss professionell gelöst, wie man an den gewonnenen Titeln sieht.“
Wehrlein selbst kassiert bei dem Rennen in London eine 5-Sekunden-Zeitstrafe. Nur wenige Runden vor Schluss dreht er Envision-Fahrer Joel Eriksson, sein direkter Konkurrent Jake Dennis ist davon auch betroffen. Der äußert sich bei der Pressekonferenz darüber ziemlich angefressen. Was für ein Drama beim letzten Rennen der Formel-E-Saison.
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