Forscher haben es untersucht - Männlichkeit bedroht? So reagieren Männer
Eine kanadische Übersichtsstudie hat untersucht, wie sich Verhalten und Psyche von Männern verändern, wenn sie an ihrer Männlichkeit zweifeln oder sich in dieser bedroht fühlen. Das Ergebnis: Sie greifen häufiger zu Fleisch! Die Forscher der University of British Columbia in Vancouver werteten 25 Publikationen mit insgesamt 38 Experimenten aus.
Am besten untersucht wurde das Ernährungsverhalten. Insgesamt befassten sich 16 Experimente der Studie mit Essen und Getränken. In 14 Studien stand Fleischkonsum im Mittelpunkt. Die Mehrheit der Untersuchungen deutete darauf hin, dass Männer nach einer Männlichkeitsbedrohung eher zu Fleisch griffen oder vegetarische Alternativen ablehnten.
Ein ähnliches Muster zeigte sich bei Getränken. Nach einer Verunsicherung entschieden sich Männer häufiger für stereotypisch männliche Getränke wie Alkohol oder Energydrinks. Bei neutralen Alternativen wie gesunden Proteinshakes wurde dieser Effekt nicht beobachtet.
Neben dem Essverhalten fanden einzelne Studien auch Auswirkungen auf das emotionale Wohlbefinden. Männer berichteten häufiger von Scham, Schuldgefühlen und Ärger. Zudem beobachteten Forscher stärkere körperliche Stressreaktionen, darunter erhöhte Cortisolwerte.
Nicht alle Teilnehmer reagierten gleich. Besonders empfindlich waren Männer, die Männlichkeit als einen leicht zu verlierenden sozialen Status betrachten. Auch Männer , die sich selbst als besonders maskulin einschätzten, zeigten stärkere psychische und körperliche Reaktionen.
Die Autoren bewerten die bisherige Forschung insgesamt als solide. Gleichzeitig verweisen sie auf wichtige Einschränkungen. So wurden viele Gesundheitsbereiche bislang kaum untersucht und die Experimente erfassten vor allem kurzfristige Reaktionen. Hinzu kommt: Mehr als drei Viertel der ausgewerteten Experimente wiesen methodische Schwächen auf. Deshalb sei weitere Forschung nötig.
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