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Unbezahlbares Ungetüm: Den Mercedes 540K zu zähmen, ist eine Challenge - aber er macht Spaß

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Unbezahlbares Ungetüm: Den Mercedes 540K zu zähmen, ist eine Challenge - aber er macht Spaß

Vorkriegsautos sind laut, schwierig zu zähmen und wartungsintensiv? Nicht zwingend. Definitiv aber ist der Mercedes 540K obendrein noch betörend, wahnsinnig schön und relativ beherrschbar. Schade, dass dieser Autobahnkurier unverkäuflich ist.

Wie startet man seine Geschichte am besten, wenn es um den Mercedes 540K geht? In diesem Falle sogar um den Autobahnkurier. Sie können, falls der Titel jetzt Lust auf mehr geweckt haben sollte, gerne nach 540K-Annoncen schauen und werden sogar angebotene W29-Exemplare (so heißt die Baureihe intern) finden zu Millionenpreisen. Aber nicht unseren im Rahmen der Monterey Car Week bewegten Mercedes-Entwicklungswagen. Doch das nur am Rande. Die Idee des W29 ist ja insgesamt größer; ein Auto aus den Mittdreißigern des letzten Jahrhunderts, das trotz gewaltiger Erscheinung selbst bei höheren Geschwindigkeiten irgendwie auf der Straße zu halten ist - das muss man erst einmal schaffen. Das war schon Ingenieurkunst pur.

Schon der erste Rundgang um den riesigen Entwicklungs-Autobahnkurier ist Respekt einflößend. Wie lang mag er sein? Fünf Meter plus vielleicht. Wie schwer ist er? Rund drei Tonnen, erklärt die Expertenabteilung von Mercedes Classic. Und, sehr schwierig zu fahren? Hat ntv.de ausprobiert. Erst mal mit den zierlichen Griffen die gefühlt gepanzerte Tür aufziehen - sie ist an der B-Säule angeschlagen. Dann hineinschwingen in die ziemlich genau 90 Jahre alte Fahrgastkabine. Allerdings wurde dieses Exemplar vor etwa zwölf Jahren aufwendig restauriert. Man sitzt gefühlt in einem Neuwagen. Zündung ein, Knopf gedrückt. Dann erwacht der mächtige Reihenachtzylinder mit 5,4 Litern Hubraum. Er ist schon optisch eine machtvolle Erscheinung, klanglich ebenfalls. Gut, jetzt kurz innehalten und überlegen. Vier Gänge insgesamt, der vierte ist allerdings mit "S" deklariert auf dem Schalthebel. Schnellgang. Ist klar - Autobahnkurier.

Dann lass uns mal loslegen, erster Gang rein, langsam einkuppeln, läuft. Ein bisschen anrollen, dann schnell die zweite Übersetzung nachlegen. Beim Hochschalten ruhig doppelt kuppeln, Zwischengas ist nicht erforderlich - bis auf den ersten Gang ist das Getriebe synchronisiert. Ein bisschen Drehzahlanpassung beim Herunterschalten schadet natürlich dennoch nicht. Doch fast noch spannender ist das, was zwischen dem Schalten passiert. Nämlich dann, wenn sich die maximal 431 Newtonmeter des sogenannten M24-II-Motors gegen die Luft- und Rollwiderstand stemmen. Der Wert klingt im Jahr 2026 eigentlich unspektakulär – aber vor 90 Jahren war das irre. Und er fühlt sich immer noch mächtig an. Weil die Menge an Hubraum gewaltig ist und weil der Drehzahlmesser (ja, der Fünfvierzig hat tatsächlich einen) bei etwas mehr als 4000 Touren endet - da passt der alte Spruch "in der Ruhe liegt die Kraft" perfekt.

Aber dann reizt mich eine spezielle Sache, von der ich weiß, dass sie existiert. Das Aktivieren des Kompressors per Kickdownschalter. Wenn ich das Gaspedal also über den Anschlag hinaus noch fester drücke, werden aus braven 115 PS im Normalbetrieb plötzlich die 180 PS Maximalleistung. Und dann bollert der Riesenmotor nicht nur intensiv, sondern heult auch noch markant.

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