8-Jährige sitrbt nach See-Besuch - Hirnfressende Amöben - auch bei uns?
Der Tod der achtjährigen Lillian in den USA sorgt für Entsetzen: Das Mädchen hatte offenbar in einem See im Bundesstaat Louisiana gebadet und sich dabei mit „Naegleria fowleri“ infiziert – der sogenannten „hirnfressenden Amöbe“. Wenige Tage später war sie tot.
Der seltene Einzeller kann eine schwere Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten auslösen, die fast immer tödlich endet. Die Amöbe gelangt dabei über die Nase in den Körper und kann von dort entlang der Nerven ins Gehirn wandern. Durch das Trinken von Wasser infiziert man sich dagegen nicht. Doch könnte so etwas auch in Deutschland passieren?
Grundsätzlich ja, das Risiko ist hierzulande allerdings extrem gering. „Naegleria fowleri“ liebt Wärme. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) kommt die Amöbe vor allem in Süßgewässern und Böden der Tropen und Subtropen vor. Sie kann aber auch in natürlich oder künstlich erwärmten Süßgewässern gemäßigter Klimazonen auftreten. Damit ist ein Vorkommen auch in unseren Breitengraden grundsätzlich möglich.
Besonders wohl fühlt sich der Erreger in sehr warmem Wasser: Laut RKI kann sich „Naegleria fowleri“ bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius vermehren und Temperaturen bis etwa 45 Grad überstehen. Ein mögliches Risiko besteht deshalb vor allem beim Baden oder Tauchen in sehr warmem, ungechlortem Süßwasser.
Aus dem tragischen Fall in den USA lässt sich keine allgemeine Gefahr für deutsche Badeseen ableiten. Infektionen mit „Naegleria fowleri“ sind äußerst selten. Wer das ohnehin minimale Risiko weiter reduzieren möchte, sollte insbesondere in außergewöhnlich warmem Süßwasser vermeiden, dass Wasser kräftig in die Nase gelangt – etwa beim Tauchen.
Der Fall der achtjährigen Lillian zeigt also, wie gefährlich die „ hirnfressende Amöbe “ sein kann. Auch bei uns ist der Erreger theoretisch möglich – eine Infektion bleibt jedoch ein extremes Ausnahmeereignis.
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