Über 1100 PS - Dieser Elektro-AMG wird zum Monster-SUV
Pebble Beach (USA) – Wenn Superreiche ihre PS-Protze spazierenfahren, dann ist Car Week. Auf dem berühmten 17-Mile-Drive röhren Ferrari, Lamborghini und andere Supersportwagen um die Wette. Mittendrin rollt beinahe lautlos ein getarnter Mercedes-AMG vorbei – und zieht trotzdem die Blicke auf sich. BILD durfte im neuen Elektro-Hammer von Mercedes-AMG mitfahren.
Bei einer ersten Mitfahrt zeigt sich der Prototyp zunächst überraschend zivilisiert. Luftfederung, Hinterachslenkung und die tiefe Sitzposition sorgen für eine Mischung aus Komfort und AMG-Feeling. Doch dann aktiviert Entwickler René Szczepek Sportmodus und Boost.
Das SUV schießt derart brutal nach vorn, dass der Beifahrer in den Sitz gepresst wird. Lautsprecher, Vibratoren, künstlicher Drehzahlmesser und simulierte Gangwechsel sollen dabei Verbrenner-Emotionen erzeugen. Man weiß zwar, dass alles künstlich ist – Spaß macht es trotzdem.
AMG schickt bereits kurz nach dem elektrischen GT-Viertürer den SUV-Bruder auf die Straße. Die Weltpremiere ist für Oktober geplant, gut ein halbes Jahr später soll der Stromer auf den Markt kommen.
Während der flache E-GT vor allem das Image poliert, soll das SUV ordentlich Stückzahlen liefern. Und die Voraussetzungen dafür stehen gut: Schon unter der Tarnfolie wirken die Proportionen stimmiger, außerdem sind SUVs alltagstauglicher – und ihre Käufer dürften einem Elektroantrieb aufgeschlossener gegenüberstehen als eingefleischte V8-Fans.
Details verrät AMG noch nicht. Aber die Technik-Bruderschaft mit dem elektrischen GT lässt auf irrsinnige Werte schließen: 816 bis 1169 PS, 2000 Nm Drehmoment, in unter drei Sekunden auf Tempo 100. Auch der neue 800-Volt-Akku mit rund 106 kWh dürfte übernommen werden. Die aufwendig gekühlten Zellen ermöglichen beim GT bis zu 600 kW Ladeleistung. Zehn Minuten am Schnelllader sollen unter optimalen Bedingungen Energie für rund 400 Kilometer bringen. Das ist schneller, als viele Handys laden!
Beim Platzangebot ist das SUV seinem flachen Bruder überlegen. Hinten gibt es reichlich Kopffreiheit, auch Kofferraum und Frunk dürften größer ausfallen. Nur vor den Knien könnte es großzügiger zugehen.
Noch ist der neue Elektro-AMG getarnt. Doch schon die erste Mitfahrt zeigt: Dieses Auto könnte für AMG zum wichtigeren Elektro-Modell werden. Es verbindet die brutale Performance des elektrischen GT mit der Karosserieform, die Kunden derzeit besonders gern kaufen. Das ist nicht nur ein Auto, sondern eine Kampfansage an Tesla, Porsche und Co.
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