So können Drohnen im Katastrophenfall helfen
Testzentrum in Sachsen-Anhalt So können Drohnen im Katastrophenfall helfen Stand: 18.08.2026 • 04:57 Uhr
Heute wird ein neues Forschungszentrum zur Drohnenabwehr eröffnet. An dem Standort in Sachsen-Anhalt zeigt sich aber auch, welche Rolle Drohnen im Katastrophenschutz spielen. Ein Einblick, wie Forschende dort arbeiten.
Es schwirrt und surrt am Himmel über dem Nationalen Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der ehemalige Regionalflughafen in Cochstedt südwestlich von Magdeburg mit einer 2,5 Kilometer langen Start- und Landebahn ist das Zentrum für Drohnenforschung in Deutschland.
Hier werden Rettungsdrohnen zur Vermisstensuche entwickelt, Algorithmen für Drohnenschwärme programmiert und unbemannte Mini-Helikopter für das World Food Programme der Vereinten Nationen getestet. Die neueste Entwicklung ist eine Riesendrohne, die bis in die Stratosphäre fliegen kann.
Die solarbetriebene Drohne "HAP-alpha" mit 27 Metern Spannweite soll einmal in der Lage sein, bis in die untere Stratosphäre, also bis in etwa zwanzig Kilometer Höhe aufzusteigen. Ein möglicher Einsatz-Zweck ist, in Krisengebieten das Kommunikationsnetz aufrechtzuerhalten. Etwa, wenn nach einem schweren Erdbeben oder bei einer Flutkatastrophe im Überschwemmungsgebiet Strom, Mobilfunknetz und Internet ausgefallen sind.
Der große Vorteil: Im Gegensatz zu einem Flugzeug ist die 40 Kilogramm leichte Drohne permanent an unterschiedlichen Orten stationierbar und operiert autonom, ähnlich wie ein Satellit. Doch anders als Satelliten können solche fliegenden Plattformen beliebig oft starten und landen. Das macht die Wartung und das Beladen mit Ausrüstung einfacher und den Einsatz insgesamt wesentlich kostengünstiger.
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Rund 800.000 registrierte Drohnen-Betreiber gibt es aktuell in Deutschland. Die unbemannten Flugobjekte sind extrem vielfältig und können für die unterschiedlichsten Hilfseinsätze eingesetzt werden. Zum Beispiel als Lasten-Drohne bei der Bergwacht oder von der Feuerwehr, die mit Hilfe von Wärmebildkameras Glutnester aufspüren kann.
Zur Vermisstensuche in schwer zugänglichen Gebieten hat das DLR speziell für den Rettungsdienst eine Drohne entwickelt. "Ich bin eine autonome Such- und Rettungsdrohne und habe unsere Position soeben an das Lagebild der lokalen Einsatzkräfte weitergeleitet" , tönt es aus dem Lautsprecher des Quadrokopters.
Ausgerüstet mit Such- und Infrarotkamera und einem Megafon hilft sie nach einem Erdbeben oder in den Bergen, vermisste Personen zu retten. Über ein eingebautes 5G-Modem sendet die Drohne permanent ein aktuelles Live-Lagebild und vernetzt damit im Notfall die beteiligten Hilfsorganisationen wie THW, Rotes Kreuz, Polizei oder Feuerwehr.
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Das DLR testete vor kurzem seine Rettungsdrohnen im Ahrtal in Rheinland-Pfalz, wo sich 2021 die Flutkatastrophe ereignet hatte.
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